Im Gewächshaus fällt der Hammer
Plastiken statt Paprika: Eines der Gewächshäuser am Kiebitzhof in Gütersloh wird am Sonntag, 9. Dezember, zur Auktionshalle. Ab dem 30. November sind die Kunstwerke der Wertkreis-Beschäftigten dort auch bereits ausgestellt. Das Gewächshaus bekommt dafür eigens einen mobilen Boden.

Exponate, die die behinderten Beschäftigten im Rahmen ihrer arbeitsbegleitenden Angebote kreiert haben. „Das Kunstwerk kennt kein Handicap“, so hat der Wertkreis diese A(u)ktion überschrieben.

Damit alle interessierten Käufer die vermutlich rund 150 Objekte im Vorfeld in Ruhe in Augenschein nehmen und sich etwas Passendes aussuchen können, gibt es nicht nur einen Katalog, sondern auch eine Ausstellung. Diese wird am Freitag, 30. November, um 18 Uhr eröffnet.

Wertkreis fertigt mobilen Holzboden

Das 800 Quadratmeter große Gewächshaus gegenüber dem Kiebitzladen bekommt dafür eigens einen festen Boden. Die entsprechende Holzkonstruktion werde in der eigenen Tischlerei produziert, berichtet Heinrich Hermwille, der Technische Leiter des Wertkreises. Die Behindertenwerkstatt betritt mit diesem Vorgehen kein Neuland, denn in der Vergangenheit hat man bereits zum Handwerker- und Bauernmarkt im Oktober wie auch bei anderen kleineren Treffen den Boden des Gewächshauses mit Platten ausgelegt – provisorisch.

Jetzt soll eine dauerhaft-mobile Lösung gefunden werden, um bei Bedarf schnell reagieren zu können. Natürlich nur, wenn zwischen Oktober und dem Frühjahr unter Glas kein Gemüse gedeiht. „Wir machen aus dem Gewächshaus keinen Veranstaltungsraum“, stellt Wertkreis-Geschäftsführer Martin Henke klar. Vornehmlich werde der flexible Boden für den Bauernmarkt benötigt, für den anfangs sogar ein Zelt aufgebaut worden sei. Doch angesichts der neuen Gewächshäuser sei dafür kein Platz mehr und die stabile, mobile Lösung sei ohnehin die bessere.

Reges Interesse

In jüngster Zeit sind bei zahlreichen Aktionen und Kursen des Wertkreis-Ateliers „Kunstwerk“ viele Objekte entstanden – unter anderem in Zusammenarbeit mit Christoph Winkler, Angelo Monitillo und Dorothee Wenzel („Die Glocke“ berichtete). Besonders gelungene Exponate der Mitarbeiter zu zeigen und zum Kauf anzubieten, dazu habe man sich angesichts des Interesses und der Nachfrage im Umfeld verschiedener Ausstellungen entschlossen, sagt Martin Henke. „Der Bedarf scheint da zu sein.“ Und das Gewächshaus mit provisorischem Boden sei der passende Raum.

Künstler bekommen 25 Prozent

Der Wertkreis-Geschäftsführer hat nichts dagegen, wenn die von Behinderten geschaffenen Skulpturen und Bilder zu Weihnachtsgeschenken werden. Ein Viertel des Erlöses erhalten die Künstler, der „Rest“ kommt dem Atelier zugute. Die Behinderten müssen sich ihr Salär allerdings gegebenenfalls auf ihre Unterstützungsleistungen anrechnen lassen. „Mit dem 25-prozentigen Anteil bewegen wir uns bundesweit im oberen Drittel. Einige Werkstätten, die ähnliches machen, zahlen mehr, viele geben aber auch gar nichts weiter“, sagt Henke. Letzteres sei durchaus korrekt, weil die Kunststücke im Rahmen der arbeitsbegleitenden und persönlichkeitsfördernden Angebote erstellt würden. Seit 2003 setzt der Wertkreis bei der Betreuung seiner Beschäftigten auch künstlerische Akzente.

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