Impfstoff gegen Grippe fast vergriffen
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Vor allem Senioren, Schwangere und Menschen mit Vorerkrankungen sollten sich gegen die saisonale Influenza impfen lassen, empfiehlt das Robert-Koch-Institut.
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Auf dem Tresen der Gemeinschaftspraxis der Allgemeinmediziner Dr. Michael Pfeiffer und Dr. Anke Steidl in Herzebrock steht deutlich geschrieben, dass der Impfstoff vergriffen und auch nicht mehr lieferbar sei. Vor einer Woche haben die Mediziner die letzte Ampulle des Wirkstoffs verbraucht. Im Vergleich zum Vorjahr sei der Impfstoff in diesem Jahr schneller vergriffen gewesen.

Das bestätigt auch Maria-Theres Pollmeier vom Apothekerverband Westfalen-Lippe, der unter anderem für den Kreis Gütersloh zuständig ist. Sie sieht einen Zusammenhang zu der schweren Grippewelle, die im vergangenen Jahr viele Menschen, teils wochenlang ans Bett gefesselt hatte – manche war sogar an der Folgen der schweren Grippe gestorben. „Kein Wunder also, dass viele Vorkehrungen treffen wollen“, sagt sie. Maria-Theres Pollmeier spricht in dem Zusammenhang sogar von einer regelrechten Hysterie, was den Erhalt einer der Impfungen gegen die Influenza betrifft.

Wer sich bis jetzt noch nicht hat impfen lassen, muss vermutlich ohne zusätzliches Schutzschild einer möglichen Grippewelle entgegentreten. „Die Impfstoff-Mengen sind begrenzt“, sagt Pollmeier. Wie viel des Wirkstoffs noch vorrätig ist im Kreis, kann sie nicht sagen. Jeder Allgemeinmediziner erhalte die gleiche Menge Impfstoff, Fachärzte könnten ebenfalls bestimmte Mengen des Serums bekommen. Seien die Vorräte jedoch einmal aufgebraucht, könne kein Nachschub bestellt werden.

„Die Produktion des Impfstoffs gegen den Influenza-Virus ist längst abgeschlossen“, erklärt Pollmeier. Eine Nachproduktion sei im Gegensatz zu gängigen Impfstoffen nicht ohne Weiteres möglich. Die Grippeschutzimpfung besitze die Besonderheit, dass ihre Zusammensetzung jedes Jahr angepasst werden müsse, weil auch der Influenza-Virus sich von Jahr zu Jahr immer weiter entwickele.

Der neue Impfstoff setze sich aus der aktuellen weltweit vorkommenden Variante der drei zirkulierenden Influenza-Virustypen zusammen. Nach der Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) enthält der saisonale Impfstoff auch eine Komponente des A(H1N1)-Influenzavirus und schütze somit auch gegen die Schweinegrippe.

Die Impfung gegen Influenza sollte nach Angaben des Robert-Koch-Instituts jedes Jahr – vorzugsweise im Herbst – durchgeführt werden, am besten vor Beginn einer Influenzawelle. So könne rechtzeitig ein ausreichender Schutz aufgebaut werden, der in der Regel die ganze Saison anhalte.

Die Schutzimpfung gegen die saisonale Influenza wird Personen, die älter als 60 Jahre sind, und Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung empfohlen. Wer also beispielsweise an chronischen Erkrankungen der Atmungsorgane, chronische Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenkrankheiten, Diabetes und andere Stoffwechselkrankheiten oder an Multipler Sklerose leidet, für den ist laut Robert-Koch-Institut so eine Impfung sinnvoll. Ebenso bei Schwangeren, Personen mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten, mit HIV-Infektion, Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen, Personen mit erhöhter Gefährdung (medizinisches Personal) sowie Bürger, die Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln haben.

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