In Strumpfhosen und mit Reis ins Kino
Bild: Fortmeier
Gut gerüstet erlebten die Fans den Kultfilm im Rhythmus-Filmtheater mit.  
Bild: Fortmeier

 „Die Premiere ist uns gelungen“, sagte Frank Röllke, Chef des Rhythmus-Kinos, am zweiten Weihnachtstag freudestrahlend und versprach spontan eine Fortsetzung für das nächste Weihnachtsfest. Bereits 45 Minuten vor dem Einlass warteten die Fans vor dem Eingangstor zur Realschule in Schloß Holte-Stukenbrock. Viele von ihnen waren traditionsmäßig schrill verkleidet und hatten Utensilien wie Reis, Wasserpistolen, Gummihandschuhe, Hütchen, Konfetti, Zeitungen und natürlich Toilettenpapier dabei, um bei der Rocky Horror Picture Show mitzufeiern. „Durch einen Zeitungsartikel im Frühjahr bin ich auf die Idee gekommen, auch in unserem Kino diese Tradition wieder aufleben zu lassen“, erklärte Röllke.

 Etwa 30 Gäste wollten sich den kultigen Klamauk nicht entgehen lassen. Auch die beiden Schwestern Julia Ahlhorn (20) und Jessica (23) aus Bielefeld waren für die Vorstellung bestens gerüstet. „Ich war auch schon in dem gleichnamigen Musical, und es hat mir so gut gefallen, dass ich mit meiner Schwester unbedingt dabei sein wollte“, sagte die fröhliche KinoTouristin. „Auch am Samstag, wenn dieser Film in Herford gezeigt wird, bin ich garantiert wieder dabei.“ Ebenfalls aus Bielefeld waren die Brüder Ulf und Lutz Ermshaus gekommen, die den Entschluss, nach Schloß Holte-Stukenbrock zu fahren, spontan nach einer Familienfeier getroffen hatten. „Leider fehlt uns jetzt das Zubehör, aber wir werden trotzdem unseren Spaß haben.

Wasserpistolen im Einsatz

Pünktlich um 20 Uhr wird es in der Aula der Realschule dunkel. Auf der Leinwand erscheinen auf schwarzem Hintergrund die grellrot geschminkten Lippen von Richard O’Brians. Man sieht die strahlend weißen Zähne, und es sieht etwas gruselig aus. Er singt „Science Fiction/Double Feature“, und ein außergewöhnlicher Abend nimmt seinen Lauf. Schon nach wenigen Minuten, als im Film ein Pärchen heiratet, fliegen im Rhythmus-Filmtheater Reiskörner durch die Luft. Nur wenige Minuten später fährt das Paar Brad Majors und Janett Weiss durch die dunkle Nacht, um zu ihrem ehemaligen Lehrer Dr. Everet Scott zu gelangen, bei dem es sich kennengelernt hatte. Da streikt das Auto. Bei strömendem Regen steigt Brad aus. Sofort gehen im Publikum die Wasserpistolen los. Der ein oder andere Zuschauer legt sich Zeitungen auf den Kopf, um sich vor dem Regen zu schützen.

Turbulent geht es weiter. Bei vielen lustigen Episoden sind es mal Wunderkerzen und Feuerzeuge, die spontan gezündet werden, dann Toilettenpapierrollen, die durch die Lüfte fliegen, Gummihandschuhe, die an den Fingern laut gezogen werden, oder Ratschen, die scheppern. Je nachdem, wie es die Szene auf der Leinwand gerade verlangt. Eins hatten alle Filmbesucher ganz bestimmt: jede Menge Spaß.

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