Innenrenovierung der Kirche beginnt
Leer geräumte Kirche: Pfarrer Karl-Josef Auris (links) und Architekt Volker Weege arbeiten bei der Innenrenovierung der Stukenbrocker Pfarrkirche Hand in Hand

Verschwunden sind die anderen Heiligen, die Kirchenbänke und die Bilder des Kreuzwegs. In Kürze wird auch die Madonna ihren Platz unter der hohen Decke im Mittelschiff räumen.

Dass sie als Letzte ausharrt, hat nur den Grund, dass sie sich ohne ein Gerüst nicht abmontieren lässt, wie Architekt Volker Weege erläutert. Er plant und organisiert die umfassende Innenrenovierung der 1614 geweihten Pfarrkirche.

Zu Pfingsten ist dort die vorerst letzte Messe gelesen worden. Pfarrer Karl-Josef Auris geht davon aus, dass die Gemeinde die Kirche spätestens am ersten Advent wieder nutzen kann. Nach seinen Worten kostet die Erneuerung rund 470 000 Euro. 70 Prozent davon zahlt das Erzbistum Paderborn. Den Rest muss die Pfarrei selbst aufbringen. Für die wohlhabende Stukenbrocker Gemeinde kein Problem.

Bis zur Wiedereröffnung mit einem Festgottesdienst haben die Handwerker jede Menge zu tun. Die weggeschafften Bänke und Heiligenfiguren werden vom Holzwurm befreit und aufgearbeitet. Es blieb nur, was aus Denkmalschutz-Gründen nicht aus der Kirche entfernt werden durfte, wie Volker Weege sagt. Dazu zählen der Hauptaltar und die zwei Seitenaltäre, die Kanzel und die Orgel. Bei einem Ausbau drohe die Gefahr, dass zu viel unwiederbringlich zerstört werde, erläutert der Architekt.

Die Orgel wurde am Freitag vom Fachbetrieb Kampherm aus Verl staubsicher eingepackt, damit sie keinen Schaden nimmt. Auch die Altäre und die Kanzel sind hinter Sperrholzplatten verschwunden. Sie müssen in der Kirche restauriert werden.

Bei allen Arbeiten würden in Absprache mit dem Paderborner Generalvikariat absolute Spezialisten herangezogen, betont Volker Weege. Um die Holzschädlinge aus den Bänken und Figuren zu bekommen, werde beispielsweise ein Verfahren mit hohen Temperaturen und Luftfeuchtigkeit angewendet.

An den Wänden auf dem Fußboden haben Staub, Dreck und Ruß aus Jahrzehnten ihre Spuren hinterlassen. Das alles wird nun beseitigt. Wände und Decke erhalten einen frischen Anstrich. „Dreifach“, wie der Architekt hervorhebt. „Grund-, Vor- und Endanstrich.“

Die Fliesen aus Sandstein werden geschliffen, die Kirche bekommt eine neue Beleuchtung. Die farbigen, bleiverglasten Fenster werden von innen gereinigt und aufbereitet. Auch dabei seien Spezialisten am Werk, erläutert Volker Weege. „Mit üblichen Scheuermitteln würde man die Farben kaputt machen.“

Nicht erneuert werden müssen die Mikrofonanlage und die Heizung. Alles beim Alten bleibt bei den hinter dem Anstrich verborgenen Wand- und Deckenmalereien. „Es wäre vom Aufwand her Wahnsinn, die wieder freizulegen“, sagt Volker Weege. Allerdings werde mit Farben gearbeitet, die abwaschbar seien, so dass die Malereien wie gehabt verdeckt erhalten blieben.

Pfarrer Karl-Josef Auris betont: „Es wird durch die Renovierung in der Kirche nichts anders, als es jetzt ist.“ Hinzu kommt allerdings eine Schranke unter der Orgelbühne, die alltags den Zutritt zum größten Teil des Gotteshauses verwehrt – eine Auflage aus Paderborn, um die Kunstschätze zu schützen. Die Sitzplatzkapazität mit etwa 450 Plätzen bleibe erhalten, sagt Auris. „Das brauchen wir für die großen Festgottesdienste.“

Vorübergehend feiert die Johannes-Gemeinde ihre Messen werktags im Stukenbrocker Altenheim und an den Wochenenden in der Grundschule. Bis ihre Kirche zum Jahresende in frischem Glanz erstrahlt – einschließlich der Madonna.

SOCIAL BOOKMARKS