Interesse an Immobilien gestiegen
5 bis 10 Prozent der Büros im Kreis Gütersloh stehen leer. Problematisch ist die Situation auch bei ehemaligen Fabrikhallen.

Die Nachfrage nach Häusern und Wohnungen sei im Kreisdurchschnitt um zehn Prozent gestiegen.

Eurokrise und Inflationsangst hätten die Geldanlage in Immobilien beflügelt, so Ludger Kaup (62; Bild). In der Folge stiegen vor allem in begehrten Lagen von Gütersloh die Preise für Einfamilienhäuser von 300 000 auf 310 000 Euro (3 Prozent). In Toplagen wie am Stadtpark muss man für ein gebrauchtes Einfamilienhaus 370 000 Euro einrechnen, 20 000 Euro mehr als vor einem Jahr. „Gleiches gilt für gut ausgestattete Mietwohnungen im Neubau-Erstbezug. Hier stiegen die Netto-Kaltmieten auf 7,50 bis 8 Euro je Quadratmeter. Das entspricht einer Erhöhung um 7 Prozent“, erläutert der Gebäudesachverständige.

Mietsteigerungen zwischen 4 und 8 Prozent gab es auch in Rietberg und in Rheda-Wiedenbrück. Auch die Preise für gut ausgestattete Reihenmittelhäuser kletterten in der Kreisstadt leicht um 4 Prozent auf 145 000 Euro. In Rheda-Wiedenbrück muss man für vergleichbare Häuser 140 000 Euro einrechnen, in Rietberg 135 000.

Büro-Leerstände bereiten Sorge

Sorgen bereiten Ludger Kaup die gestiegenen Leerstände bei Büros und ehemaligen Möbelfabriken. „Im Kreis Gütersloh stehen etwa 5 bis 10 Prozent der Büros leer“, heißt es in seinem Bericht zum aktuellen Immobilienmarkt. „Zumeist sind sie veraltet und der Eigentümer müsste umfassend sanieren, um einen Neumieter zu finden.“ Davor schreckten viele zurück, aus Angst, dass sie ihre Invest

Ludger Kaup
itionen über eine entsprechend hohe Miete nicht amortisieren können. Ein anderer Ausweg könnte eine Umwandlung der Büros in Wohnungen sein. Problematisch sei auch die Situation bei vielen ehemaligen Fabrikhallen, die schlecht an die Autobahn angebunden seien und seit vielen Jahren leer stehen. Es handle sich um mehrere tausend Quadratmeter betroffener Hallenflächen.

Keine Kopfschmerzen aufgrund von Soldaten-Abzug

Erstmals seit vielen Jahren stieg laut Kaup in den ersten drei Quartalen die Zahl der Baugenehmigungen, und zwar um 26,3 Prozent. Der für die kommenden Jahre geplante Rückzug der britischen Soldaten aus Gütersloh bereitet Kaup keine Kopfschmerzen. Die 2000 Wohnungen und Häuser würden in der Region nach und nach angeboten, so dass der Immobilienmarkt diese aufnehmen könne.

Im neuen Jahr, glaubt der Makler, könnte die Nachfrage wieder auf das Niveau von 2010 zurückgehen. Preise und Mieten würden stabil bleiben.

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