Japanisch fordert begabte Grundschüler
18 begabte Mädchen und Jungen lernen an der Grundschule Gartnisch in Halle zusätzlich zum Unterricht Japanisch bei Eiko Rulla. Dazu gehört auch die Aussprache der Zahlen.

Die Schule in Halle nimmt an der Begabungsförderung an Grundschulen im Kreis Gütersloh teil. Die Förderung wurde initiiert vom Kreis Gütersloh und von der Familie-Osthushenrich-Stiftung, die das Projekt zum großen Teil finanziert. Die Grundschule Gartnisch bietet diverse Schwerpunkte an: So gab es schon Kurse aus den Bereichen Kunst, Informatik, Japanisch, Strom, Musik, Mathematik und Experimente. Die Veranstaltungen werden Kindern angeboten, die besondere intellektuelle Fähigkeiten und Talente haben und durch Anstrengungsbereitschaft und Leistungsmotivation im Regelunterricht aufgefallen sind.

Die Steinhagenerin Eiko Rulla bietet die Japanischkurse bereits zum dritten Mal an der Grundschule an. Die gebürtige Japanerin hat in Nagoya Musik studiert und lebt seit 2001 in Ostwestfalen. Sie bringt den Erst- bis Viertklässlern ihre Heimat näher. In diesem Schuljahr beschäftigten sich die Jungen und Mädchen, die von den Klassenlehrern für das Projekt ausgewählt wurden, mit der Sprache, der Schrift und der Kultur.

Den ausgewählten Schülern ist das normale Unterrichtstempo oft zu langsam

Das Projekt „Begabungsförderung an Grundschulen“ richtet sich an besonders leistungsstarke Schüler, denen das Lehrtempo im Regelschulunterricht vielfach zu langsam ist. Sie können sich parallel zum laufenden Unterricht in kleinen Gruppen intensiv mit außerunterrichtlichen Themen im naturwissenschaftlichen, künstlerischen oder sprachlichen Bereich befassen. Die verpassten Unterrichtsinhalte und Hausaufgaben müssen anschließend eigenständig nachgeholt werden.

„Für leistungsstarke Kinder sind die Kurse eine Chance, sich mit Gleichgesinnten zu treffen und sich intensiv und nach ihrem eigenen Tempo mit einem Thema zu beschäftigen“, erläutert die Psychologin Sonja Kotten von der Bildungs- und Schulberatung im Kreis Gütersloh. Die Entwicklung von Eigenverantwortlichkeit, die Auseinandersetzung mit schwierigen Aufgaben und die Anregung durch herausfordernde Themen sollen die Entwicklung der Kinder stabilisieren und ihr Leistungspotenzial fördern. Gleichzeitig können die Schüler ihre Erfahrungen aus den Kursen wieder in ihre Klasse hineinbringen.

Das Projekt besteht seit 2008 und läuft noch bis Mitte 2018. Inzwischen nimmt etwa die Hälfte aller Grundschulen im Kreis Gütersloh teil. Die Unterstützung der Osthushenrich-Stiftung umfasst in der aktuellen Förderphase vom Schuljahr 2014/2015 bis zum Schuljahr 2016/2017 insgesamt 64 000 Euro. Der Kreis gibt jährlich 8000 Euro. Der Eigenanteil der Schulen beträgt pro Schuljahr rund 150 Euro.

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