Jedes dritte Unfallopfer ist ein Radfahrer
Archivbild: Dünhölter
Im vergangenen Jahr ist im Kreis Gütersloh ein Fahrradfahrer bei einem Unfall ums Leben gekommen. Es handelte sich um einen 75-jährigen Gütersloher, der am 18. Februar auf der Verler Straße mit seinem Rad stürzte. Er starb wenige Tage später an seinen schweren Kopfverletzungen.
Archivbild: Dünhölter

Gegenüber 2012 ist die Zahl der zu Schaden gekommenen Radfahrer zwar um rund 2,4 Prozent zurückgegangen, aber nicht so stark wie im Land Nordrhein-Westfalen insgesamt (minus 4,1 Prozent). Auch im Fünf-Jahres-Vergleich schneidet der Kreis mit einem Plus von 2,5 Prozent deutlich schlechter ab als das Land mit einem Rückgang der Verunglücktenzahl um 3,6 Prozent.

Viele Fehler beim Abbiegen

Diese Entwicklung ist für die Polizei Grund genug, vor Beginn der Fahrradsaison über Ursachen und Hintergründe zu informieren sowie wichtige Verhaltenstipps zu geben. Die anhaltend hohe Zahl verunglückter Radfahrer hat den Beamten zufolge fast immer dengleichen Grund: Beim Ein- und Abbiegen oder Kreuzen der Fahrlinien kommt es zur Kollision mit Autos.

Der Radfahrer stürzt aus seiner leicht erhöhten Position und landet entweder auf den Wagen oder direkt auf der Straße. Die meisten Zusammenstöße passieren laut Polizei innerorts bei einer Geschwindigkeit von etwa 20 Stundenkilometern und führen häufig zu Verletzungen an Händen, Beinen und Kopf, weil der Radfahrer keine Knautschzone hat. In weit mehr als 80 Prozent der Fälle trug der Radfahrer keinen Helm. Diese Quote sei nahezu gleichbleibend. Und auch auf absehbar Zeit werde es wohl keine Helmpflicht geben.

Schulterblick fehlt

Viele Radfahrer gaben nach Mitteilung der Ordnungshüter bei der Unfallaufnahme an, dass sie den Wagen vor dem Zusammenstoß sehr wohl wahrgenommen hätten, aber der Meinung gewesen seien, der Autofahrer habe sie auch gesehen. Die Polizei dazu: „Durch das eingeschränkte Sichtfeld beim Abbiegen ist es für den Kraftfahrzeugführer schwer, die schmale Silhouette querender Radfahrer zu erkennen.“

Weiterhin falle auf, dass nur wenige Auto- und Radfahrer beim Abbiegen über die Schulter blickten, um sicherzustellen, dass auch wirklich kein querendes Fahrzeug kommt. Des Weiteren benutzten viele Radfahrer entsprechend für sie gekennzeichnete Wege entgegen der freigegebenen Fahrtrichtung. Sie brächten sich selbst unnötig in Gefahr: Zum einen würden sie von Autofahrern aus dieser Richtung nicht vermutet und dann übersehen, zum anderen provozierten diese Geisterradler häufig Unfälle von Radfahrern untereinander.

Im Jahr 2013 steckte im Kreis Gütersloh hinter zehn Prozent aller Unfälle mit Fahrrädern eine Kollision von zwei Radfahrern. Insgesamt waren im vorigen kreisweit 778 Radfahrer in Unfälle verwickelt, knapp 300 kamen nach Angaben der Polizei nicht zu Schaden.

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