Jobcenter - mehr als Arbeitsvermittlung
Bild: Neitemeier
Zu hohe Ziele bei den Integrationen, in Sachen Hilfe aber einiges erreicht: Diese Bilanz der ersten sechs Jobcenter-Monate haben gestern (v. l.) Fachbereichsleiter Fred Kupczyk, Abteilungsleiter Thomas Wellhäuser, Landrat Sven-Georg Adenauer sowie die Abteilungsleiter Henning Matthes und Rolf Erdsiek gezogen.
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Und die fällt Jobcenterleiter Fred Kupczyk und Landrat Sven-Georg Adenauer zufolge in vielen, aber nicht allen Bereichen positiv aus. Denn bei der Integration von Langzeitarbeitslosen wird der neue Fachbereich der Kreisverwaltung, wie berichtet, klar hinter der mit dem Land vereinbarten Zielmarke zurückbleiben.

Zu hohe Integrationsziele gesetzt

4000 Menschen, die mehr als ein Jahr ohne Arbeit sind, wollte man in diesem Jahr einen Job vermitteln. Rund 1000 sind es bis jetzt. „Wir haben uns zu hohe Ziele gesetzt, wir waren zu ehrgeizig“, räumte Adenauer gestern offen vor der Presse ein. Die Verantwortlichen des Jobcenters trösten sich damit, dass man nach eigenen Berechnungen mit einer Integrationsquote von 7,6 Prozent immer noch über dem NRW-Schnitt von 7,3 Prozent liegt.

„Besser als das Land zu sein“ gibt Adenauer als „neue, ambitionierte“ Richtschnur vor. Andere als die eigenen Berechnungen kommen zu dem Ergebnis, dass der Kreis derzeit genau auf Landesniveau liegt. Aber Kupczyk bleibt dabei: „Unsere Zahlen passen.“

Zurückhaltender Arbeitsmarkt

Weniger Integrationen sind laut Jobcenter der zurückhaltenden Stimmung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt sowie der teils schwierigen Hartz-IV-Klientel zuzuschreiben. Mit der Optionslösung habe das nichts zu tun. Anlaufprobleme wirkten sich, wenn überhaupt, nur in geringem Maße aus, sagt Kupczyk.

Das Jobcenter kümmert sich nach Zuwächsen in den vergangenen Wochen um rund 17 800 Personen in etwa 8700 Bedarfsgemeinschaften. Dreiviertel der Menschen haben einen Migrations- oder ausländischen Hintergrund. Rund 5300 sind unter 15, 7900 unter 25 Jahren. „Wir betreuen ganze Familien“, sagt denn auch Henning Matthes, der Abteilungsleiter Materielle Hilfen.

Früh Kontakt zu Hartz-IV-Familien

Weil das Jobcenter auch für die Umsetzung des Bildungs- und Teilhabepakets zuständig sei, komme man über die Themen Schule und Ausbildung früh an die Familien heran und könne so gezielte Unterstützung leisten. Die hat sich durch die Optionslösung angesichts eines intensiveren Miteinanders mit vielen Kooperationspartner auf kommunaler und anderer Ebene deutlich verbessert, berichtet Ralf Erdsiek. „Die Qualität der Zusammenarbeit hat durch die Option gewonnen“, verweist der Leiter des Fallmanagements unter anderem auf engere Kontakte zu Jugend- und Gesundheitsamt. „Die Vernetzung wird zunehmend an vielen Stellen deutlich.

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der Freitagausgabe auf der Kreisseite Gütersloh.

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