Kaiserhühner sind der Hingucker
Ein seidenfiedriger Hahn aus der Rasse der Chabos: Dieser Urzwerge-Farbenschlag wird selten gezüchtet – in Kaunitz wurde er einmal mehr bewundert. Reiner Graute präsentiert das Tier.

Man hat beim ersten Blick auf den weißen Hahn den Eindruck, dass sein Gefieder aus feinen Stofffäden besteht, die es nach dem Kampf zu ordnen gilt. „Tatsächlich handelt es sich um einen Vertreter der Rasse Chabo, seidenfiedrig“, belehrt Graute den Laien. „Der ging einst am chinesischen Kaiserhof ein und aus!“ In der Kaunitzer Ostwestfalenhalle zählt das schöne Tier zu den seltenen Exemplaren der Rassegeflügelausstellung, auf der am Wochenende 1941 züchterische Prachtstücke als lebende Kulturgüter aus dem Kreisgebiet präsentiert wurden.

Die Chabos besitzen demnach den Beinamen Kaiserhühner. Gezüchtet werden sie von dem Hövelhofer Otto Rieksneuwöhner, der als Mitglied des Rassegeflügelzuchtvereins Langenberg ausgestellt hat. Für seine Lieblinge wurde er 2014 mit der hochgeschätzten Trophäe „Blaues Band“ auf der Junggeflügelschau in Hannover geehrt.

Auf der Suche nach weiteren Raritäten wurden Besucher der Kreisschau einmal mehr fündig. Sie bestaunten die gepflegten und anmutigen Appenzeller Spitzhauben, silber-schwarz getupft. Diese Haushuhnrasse wurde schon vor 500 Jahren in den Klöstern des schweizerischen Alpenraums gehätschelt – Wilhelm Diekmannshemke aus Verl und Albert Bökamp aus Schloß Holte-Stukenbrock hatten sie jetzt nach Kaunitz mitgebracht.

Immer wieder nachgefragt werden auch die Araucana, die von Nachwuchszüchter Pierre Hübner aus Rietberg vorgestellt wurden und grüne bis blau-türkisfarbige Eier legen. Der 18-Jährige ist der Enkel von Heinrich Siggemann, der die Kammermedaille für seine gestreiften Zwerg-Wyandotten bekam. Mit 161 Senioren und 78 Jungzüchtern war die Schar der Aussteller repräsentativ. Die 283 Vertreter der Großhühner, beispielsweise Wyandotten und Brahma, boten eine stattliche Parade. Die Mehrheit bei der Schau stellten indessen mehr als 900 Zwerge. Sie sind liebste Objekte der heimischen Geflügelfreunde. Gezeigt wurde eine Bandbreite, die von Zwergreichshühnern bis zu Antwerpener Bartzwergen reichte. Und sie bestimmten die Bestenliste.

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