„Kampftag für soziale Gerechtigkeit“
Bild: Bitter
In der ersten Reihe bei der Maikundgebung des DGB auf dem Dreiecksplatz in Gütersloh: (v. l.) Bürgermeister Henning Schulz (CDU), Altbürgermeisterin Maria Unger (SPD), der ehemalige Landesarbeitsminister Guntram Schneider (SPD), der Kreisvorsitzende der Europa-Union und der Arbeiterwohlfahrt, Jürgen Jentsch (SPD), sowie die Bundestagsabgeordnete Elvan Korkmaz (SPD).
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Das Motto des 1. Mai „Europa. Jetzt aber richtig!“ empfand der Gütersloher Bürgermeister Henning Schulz (CDU) genau richtig. Er hoffte, dass der Brexit ein gutes Ende nehme, weil Abschottung immer der falsche Weg sei und Europa nur als „Einheit in der Vielfalt“ weiterleben könne.

DGB-Kreisvorsitzender Hans-Werner Heißmann-Gladow sieht bei den Europawahlen am Sonntag, 26. Mai, die Gefahr, dass die Feinde der Demokratie diese nutzen, um sie auszuhöhlen. Er appellierte an die Besucher, der AFD ihre Grenzen aufzuzeigen und wählen zu gehen. Wörtlich sagte er: „Wer Europa nicht will, den brauchen wir auch nicht im Europäischen Parlament.“

Unter den Zuhörern: die SPD-Bundestagsabgeordnete Elvan Korkmaz, die Gütersloher Altbürgermeisterin Maria Unger (SPD), die Bürgermeisterin von Harsewinkel, Sabine Amsbeck-Dopheide (SPD), sowie der Kreisvorsitzende der Europa-Union und Arbeiterwohlfahrt, Jürgen Jentsch.

Guntram Schneider verwies darauf, dass gute Tarifverträge auf dem Kräfteverhältnis zwischen Kapital und Arbeit beruhen würden. Deshalb sei ein hoher Organisationsgrad wichtig für die Durchsetzungsmöglichkeit der Gewerkschaften. Der ehemalige DGB-Landesvorsitzende merkte an, der sogenannte Niedriglohnsektor sei bewusst politisch herbeigeführt worden, nach der Überlegung: Wenn der Lohn niedrig sei, gehe es der Volkswirtschaft gut. Schneider: „Das stimmt nicht.“

Der SPD-Politiker hatte wenig Verständnis für Leute, die sich aufregen, wenn Jugendliche während der Schulzeit für eine intakte Umwelt protestieren, aber schweigen, wenn 100 000-fach pro Arbeitstag der Mindestlohn nicht bezahlt wird. Wenn es gelungen sei, dem Hartz-IV-Gesetz „einige Giftzähne zu ziehen“, dann sei die aktuelle Vollbeschäftigung dazu bestens geeignet, die Langzeitarbeitslosen mehr zu fördern als von ihnen zu fordern, sagte der Redner.

Die Bezirksvorsitzende der Industriegewerkschaft (IG) Bau, Sabine Katzsche-Döring, nutzte die Gelegenheit für die Rechte der Gebäudereiniger einzutreten.

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