Kastenwagen Amundsen 540 D hat Nase vorn
Bild: Werneke
Wer gerne sportlich unterwegs ist, der hat sogar im Einsteiger-Modell Amundsen Platz fürs Mountainbike. Das Bild zeigt Mike Reuer, Geschäftsführer der Westfalia Mobil GmbH, vor dem Kastenwagen am A2-Forum in Rheda, wo eine Händlertagung stattfand.
Bild: Werneke

Unter den Baureihen, die an der Franz-Knöbel-Straße produziert werden – dazu gehören noch der Club Joker und der Columbus –, ist der Kastenwagen Amundsen D 540 ein Einsteigermodell, das ab rund 42 000 Euro erhältlich ist. Es verdeutlicht, dass Geschäftsführer Mike Reuer, der im Segment Kastenwagen „hochpreisig unterwegs sein“ und „beste Qualität“ bieten will, zugleich Kunden erreichen möchte, die über ein begrenztes Budget verfügen.  Der Anteil der Kastenwagen unter allen Reisemobiltypen macht 38,4 Prozent aus, informierte Götz Rutenkolk, Leiter Vertrieb und Marketing, zum Stand der Marktentwicklung im Februar dieses Jahres. Auch andere Mitbewerber würden sich bemühen, in den Kastenwagenbereich hineinzukommen, berichtet Reuer. Wenn diese versuchen würden, über die Preisschiene zu attackieren, sei Westfalia laut Reuer in dieser Hinsicht „weniger flexibel“.

Mit Blick auf die Zukunft erklärt der Geschäftsführer: „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir hier weiter ordentlich unterwegs sein werden.“ Zugleich unterstrich er, dass er nicht nur die Chancen im Blick behalte, sondern versuche, „Risiken bestmöglich zu beseitigen“. Zuletzt hat der Wohnmobilhersteller die Chance ergriffen, am Standort in Wiedenbrück zu investieren. Zuvor hatte bei Arbeitnehmern und Gewerkschaft die Sorge bestanden, dass Teile der Produktion zum Mutterkonzern, der Rapido-Gruppe in Frankreich, ausgelagert würden. „Wir haben gesehen, dass wir Wachstum generieren können“, erläutert Reuer zur Entscheidung seinerzeit. Zum Beispiel seien einzelne Fertigungswerke vergrößert und zusätzliche Werkzeuge angeschafft worden. Die Investitionen hätten sich insbesondere auf das Auftragsgeschäft für die Automobilhersteller Mercedes und Ford bezogen. Für diese fertigt Westfalia Reisemobile wie den Mercedes Marco Polo. Dieses Geschäft als Originalausrüstungshersteller (Original Equipment Manufacturer) mache 75 Prozent der Stückzahlen aus. Rund 4000 Fahrzeuge laufen im Jahr im Stammwerk vom Band. Die Zahl der Mitarbeiter in der Emsstadt sei von 190 auf nun 250 gestiegen, 30 weitere sollen hinzukommen.

Zufrieden zeigt sich Reuer mit dem laufenden Geschäftsjahr. Zur Standortfrage führt er aus: „Eine Produktionsverlagerung ist nach wie vor eine Option, wenn uns in einem Bereich die Kosten wegdriften.“

„Wichtig, neue Märkte zu erschließen“

Dass die Westfalica Mobil GmbH ein Teil der Rapido-Gruppe sei, bringe Synergieeffekte mit sich. „Vieles kaufen wir gemeinsam ein“, informiert Mike Reuer zur Unternehmensstruktur, die seit der Übernahme des insolventen westfälischen Wohnmobilherstellers durch die Franzosen besteht. „Seit 2011 fokussieren wir uns auf Deutschland und Frankreich und bauen ein Händlernetz aus“, berichtet er zur seither verfolgten Strategie. Als weitere Märkte sollen Skandinavien und England folgen – ein Vorhaben, das 2013 begonnen habe und sich recht gut entwickle. „Es ist wichtig, dass man sich neue Märkte erschließt“, unterstreicht Mike Reuer.

Zum täglichen Geschäft des Wohnmobilherstellers gehören die Fortentwicklungen im Modellbereich. Über jüngste Neuerungen haben sich jetzt Händler während einer Tagung im A2-Forum informieren können. Die gesamte Amundsen-Familie (Modelle 540 D und 600 E sowie 600 D und 640 D) auf Fiat-Basis habe eine komplette Überarbeitung erfahren, hieß es im Pressegespräch. Zum Beispiel verfügen jetzt all diese Fahrzeuge über Dieselheizung. Beim Amundsen 600 D und 640 E sind demnach Bettkonstruktionen im Heckbereich geschaffen worden, der viel Stauraum biete, wenn man die Bettplatten entnehme.

Platz für Fahrräder und Co. – das gelte auch für die Reihe der Columbus-Fahrzeuge, die überarbeitet wurde. Die Batterien befinden sich nun unter dem Beifahrersitz, hinten wird es geräumiger. In der Nasszelle gibt es eine Tür ohne Schwenkfunktion, die so abgedichtet sei, dass sich ein Duschvorhang erübrige. Zum „Facelift“ beim Club Joker gehöre besserer Schlafkomfort.

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