Keine Zukunft ohne Landwirtschaft
Bild: Neitemeier
Bauernpräsident Joachim Rukwied (links) war am Mittwoch prominenter Gast beim Verbandstag der Landwirte im Kreis Gütersloh. Im A-2-Forum in Rheda-Wiedenbrück begrüßte ihn Kreisvorsitzender Andreas Westermeyer.
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Zugleich forderte er sie auf, sich aktiv in die Weiterentwicklung der Branche einzubringen. Rukwied sprach am Mittwoch auf Einladung des Vorsitzenden Andreas Westermeyer („Wir bekommen heute Informationen aus erster Hand“) beim Verbandstag des Landwirtschaftlichen Kreisverbands Gütersloh vor rund 250 Bauern und Gästen im A-2-Forum in Rheda-Wiedenbrück, darunter auch viele heimische Bürgermeister.

Bauernpräsident Joachim Rukwied im A-2-Forum

Im Kern ermutigte der Präsident die Bauern, in der Öffentlichkeit die moderne landwirtschaftliche Produktion und die qualitativ hochwertigen Produkte in den Vordergrund zu rücken. Zudem müsse man produktionsintegriert mehr für Natur- und Tierschutz tun und dürfe sich entsprechenden Bemühungen nicht verschließen. Von der Politik forderte der 55-Jährige vor allem viel Augenmaß bei immer neuen Vorschriften.

„Mehr Ehrlichkeit beim Einkauf“

Und die Verbraucher? Die rief der Baden-Württemberger zu mehr Ehrlichkeit beim Einkauf auf. „Die Konsumenten dürfen nicht immer nur davon reden, dass sie bereit sind, für qualitativ hochwertige Produkte auch mehr Geld auszugeben, sie müssen es auch tun.“ Allerdings spiele dabei auch die sehr starke Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel eine Rolle, wo vier große Unternehmen 85 Prozent des Marktes und die Preise kontrollierten.

Export in Nicht-EU-Staaten unverzichtbar

Überhaupt ist die Wirtschaftlichkeit für den Bauernpräsidenten ein ganz wichtiger Aspekt. „Die Ökonomie muss funktionieren, sonst können wir uns den Sozialstaat und auch Naturschutz nicht leisten.“ So sei es für die Landwirte unerlässlich, weiterhin Produkte auch in Nicht-EU-Länder wie China exportieren zu dürfen, auch wenn der Anteil am Gesamthandel nur fünf Prozent ausmache. Mit Blick auf den  Brexit forderte Rukwied für die deutschen Bauern weiter einen Zugang zum englischen Markt.

Produktionsintegriert mehr Tier- und Naturschutz

In seinem detailreichen Vortrag bezeichnete der 55-Jährige die gesellschaftspolitische Debatte als größte Herausforderung für die Landwirtschaft. Die Bauern dürften angesichts ihrer modernen Arbeitsweise und vieler bereits verwirklichter Verbesserungen selbstbewusst auftreten. Zugleich müssten sie unter anderem in puncto Klimaschutz alle Möglichkeiten nutzen, Emissionen zu vermeiden, beispielsweise durch Abdeckung von Güllebehältern.

Direktzahlungen erhalten

Um Ausgleichsflächen zu sparen, sprach sich der Präsident für höherwertige Naturschutzmaßnahmen in bestehenden Gebieten aus. Die gemeinsame Agrarpolitik ist für Rukwied unverzichtbar. Dabei müsse die erste Säule der Finanzierung, die Direktzahlungen an die Landwirte, auch künftig das Herz- und Kernstück sein. Und: „Umweltmaßnahmen müssen auch einkommenswirksam sein“, so der Bauernpräsident. Für dessen „sehr informativen Vortrag“, in dem es unter anderem auch um die neue Düngeverordnung und den unverzichtbaren Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ging, bedankte sich der Kreisvorsitzende mit einem Korb heimischer Agrarprodukte.

Mehr zum Verbandstag lesen Sie auf der Kreisseite Gütersloh in der „Glocke“ vom 23. Februar. 

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