Kirchenkreise überlegen Verwaltungsfusion
Kirchturmdenken überwinden: Die Kirchenkreise Gütersloh, Halle, Bielefeld und Paderborn ziehen eine Fusion  der Verwaltungen in Erwägung.

„Wir werden schauen, dass sich der Prozess frei und offen für alle Organisationsformen zeigt“, so Bernd Zirbes, Leiter Kirchenkreisamt Gütersloh. Eine Fusion hat der 50-Jährige bereits begleitet: 2002 wurden die Ämter der Kirchenkreise Gütersloh und Halle zusammengelegt und räumlich an der Moltkestraße Gütersloh – nach Aufgabe der Standorte Halle und Brackwede – angesiedelt. Seitdem leitet Bernd Zirbes das gemeinsame Kreiskirchenamt Gütersloh/Halle. Er spricht von positiven Erfahrungen in den vergangenen Jahren.

Bernd Zirbes befürtwortet Zusammenlegung

„Ich selbst sehe das positiv“, macht er aus seiner Fürsprache für die Verwaltungseinheit der vier großen Kirchenkreise keinen Hehl. Der Gütersloher Kreissynodalvorstand habe das Thema bereits vor einigen Wochen erstmals auf die Agenda für eine Tagung im Juli gesetzt. Auch die drei weiteren Vorstände haben zwischenzeitlich beschlossen, eine mögliche Fusion zu besprechen. Wobei diese sich ausschließlich auf die Verwaltungstätigkeiten beziehen soll. Die Selbstständigkeit und die Geltungsbereiche der Kirchenkreise sollen beibehalten werden. Seit mehreren Jahren sind die Kirchenkreise bereits in einem losen Verbund, dem sogenannten Gestaltungsraum, verbunden. Mit Bielefeld werde beispielsweise schon im Bereich Informationstechnik und Meldewesen zusammengearbeitet, so Bernd Zirbes. Hintergrund sei die Prognose der schwindenden Mitgliederzahlen vor dem demografischen Wandel und damit verbundenen sinkenden Steuereinnahmen, so Zirbes. Der Weg, auf struktureller Ebene zu Ausgabeneinsparungen zu kommen, sei richtig. Zeitlich nennt Bernd Zirbes einen Rahmen für den Aufbau eines detaillierten Fahrplans für eine mögliche Fusion der Verwaltungen bis Ende 2016. Dann könnte unter Beteiligung der entsprechenden Stellen der Kirchenkreise ein Konzept erstellt sein. Mit Start des Jahrs 2017 könnte dann auch ein gemeinsames Kirchenamt an den Start gehen.

Gespräche ergebnisoffen führen

Sofern die Beteiligten zu einem positiven Ergebnis kommen sollten, betont der Leiter des Gütersloher Kreiskirchenamts, das aktuell 44 Mitarbeiter in Voll- und Teilzeit beschäftigt. „Die Gespräche werden ergebnisoffen geführt.“ Den aktuellen Zeitpunkt bewertet er als gut gewählt. Denn es gibt derzeit keinen Druck – auch nicht vonseiten der Evangelischen Landeskirche – , nun tätig zu werden. Mit Stand von Ende August 2012 und nach Mitteilung der Evangelischen Kirche von Westfalen umfasst der Kirchenkreis Gütersloh 17 Gemeinden mit 58,75 Pfarrstellen und 109 521 Mitgliedern. Dem Kirchenkreis Bielefeld gehören demnach 105 017 Mitglieder in 27 Gemeinden an, dem Kirchenkreis Halle acht Gemeinden mit 49 348 Mitgliedern. Paderborn ist in der Statistik mit 22 Gemeinden und 83 355 Mitgliedern aufgeführt.

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