„Komm an NRW“ nicht im Kreis Gütersloh
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Das Jobcenter des Kreises möchte das Modellprojekt des Europäischen Sozial-Fonds nutzen und vier Stellen für die Eingliederung von Migranten in den Arbeitsmarkt genehmigt bekommen.
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Im Zentrum stehen dabei die Stärkung und Begleitung des ehrenamtlichen Engagements in der Flüchtlingshilfe, insbesondere durch die Förderung von Ankommenstreffpunkten. Die Höhe der bezuschussten Stellenanteile richtet sich nach der bemessenen Zuteilung von Asybewerbern für das Jahr 2016. Daraus ergäbe sich für den Kreis Gütersloh eine Stelle für eine sozialpädagogische Fachkraft und eine halbe Stelle für eine Verwaltungsfachkraft – befristet bis zum 31. Dezember 2017.

 Bereits am 9. Juni hatte der Kreistag beschlossen, nur dann zuzustimmen, wenn sich die Bürgermeister der kreisangehörigen Städte und Gemeinden mehrheitlich für die Maßnahme aussprechen. „Von 13 angesprochenen Bürgermeistern haben sich allerdings nur 4 positiv geäußert“, berichtete Kreisdirektorin Susanne Koch. „Damit hatten wir nicht gerechnet.“ Liane Fülling (SPD) brach dennoch eine Lanze für das Programm: „Es ist schwer nachvollziehbar, dass man solch ein Angebot ausschlägt.“ Dem Kreis entstünden in diesem Jahr nur Kosten in Höhe von 3000 Euro. 2017 müsste er 18 000 Euro beisteuern.

 „Aber dann können wir Gift drauf nehmen, dass wir es wieder am Hals haben“, wies Helmut Kaltefleiter (CDU) auf die allein zu tragenden Folgekosten hin, wenn die eingearbeitete Fachkraft länger beschäftigt werden sollte. Helga Lange (Grüne) mutmaßte, dass das Konzept vielleicht gar nicht bei den Räten der Kommunen angekommen sei. Dr. Annegreth Schütze (FWG/UWG) entgegnete, man müsse nicht jedes Fördergeld nehmen, wenn die Bedingungen dagegen sprächen. Die Abstimmung erbrachte 31 Nein- und 22-Ja-Stimmen bei 3 Enthaltungen.

Volle Zustimmung hingegen für das ESF-Modellprojekt. Das Jobcenter des Kreises Gütersloh hat Ende Mai offiziell beantragt, am Projekt teilnehmen zu dürfen. Die Verwaltung geht von einer zügigen Bewilligung aus. Unter der Voraussetzung der finanziellen Förderung sollen im Stellenplan 2017 deshalb vier Projektstellen für die Laufzeit des Projekts geschaffen werden. Es handelt sich um zwei Unternehmensscouts und zwei Kräfte, die sich um die weitergehende Betreuung der Zuwanderer nach der Arbeitsaufnahme kümmern sollen.

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