Kommunen wollen Dialog auf Augenhöhe
Bei einer Konferenz im Theater Gütersloh haben am Freitag rund 50 Politiker und Verwaltungsexperten aus den Kommunen im Kreis die Zukunft des Gütersloher Flughafengeländes debattiert. Eingeladen dazu hatte Güterslohs Bürgermeisterin Maria Unger (vorn links).

„Die künftige Nutzung des Flughafengeländes ist ein regionales Thema“,  betonte Unger in ihrer Begrüßung. „Deshalb ist die enge Zusammenarbeit mit den umliegenden Städten und Gemeinden eine entscheidende Aufgabe im Konversionsprozess.“ Dabei sei die Kreiskonferenz ein erster Schritt, so die Bürgermeisterin. Eine weitere Einladung richtet sich direkt nach der Sommerpause an die Kommunen in der gesamten Region sowie an regionale Institutionen.

Regionales Konzept für Flughafengelände

Auch bei der Kreiskonferenz gehörten Vertreter der Bezirksregierung zu den Teilnehmern, ebenso wie die Landesgesellschaft NRW Urban, die die Stadt Gütersloh beim Konversionsprozess begleitet. Anke Recklies von der Bezirksregierung machte einer Mitteilung zufolge in der Runde deutlich, dass regionale Konzepte für das Flughafengelände im Sinne der Landesplanung seien. Recklies: „In Düsseldorf sind wir immer als Region gefragt.“ Positives Vorbild für eine gemeinsame Gestaltung ist aus ihrer Sicht die Zusammenarbeit der Kommunen Halle, Werther und Gütersloh bei der Entwicklung des Gewerbegebiets Ravenna-Park in Halle.

Zügiges Handeln ist geboten

Hinsichtlich des Zeitplans sind sich alle Akteure einig: Zügiges Handeln ist erforderlich. Deshalb geht Recklies davon aus, dass etwa im Spätherbst in den Kommunen eine mögliche Beteiligung an einem gemeinsamen Konzept beginnen kann. Auch die Bezirksregierung erwarte dann zeitnah eine entsprechende Rückmeldung, „wie viele mit dabei sind“. Einig war sich die Runde aber auch, dass im Verfahren alles vermieden werden müsse, um lange Brachzeiten auf dem Gelände entstehen zu lassen.

Stadtbaurat Henning Schulz hatte zuvor die vorbereitenden Schritte dargestellt, die die Kommune vor einer offiziellen Rückgabe des Militärgeländes – sie muss rein formell erst 90 Tage vor dem eigentlichen Abzug konkret angekündigt werden – in die Wege leiten kann. Dazu gehören die Klärung des Bedarfs an Nachfolgenutzungen, die Erarbeitung eines qualifizierten Rahmenplans sowie die interkommunale Abstimmung.

Welche Gemeinden machen mit?

Gerade darüber haben die Teilnehmer der Kreiskonferenz einem Bericht zufolge lebhaft diskutiert. Deutlich wurde: Eine frühzeitige Einbindung und ein Dialog auf Augenhöhe sind für die Vertreter der umliegenden Kommunen ein wesentlicher Punkt. Der erste Schritt ist mit der Kreiskonferenz getan.

In einem Brief an die Bürgermeister im Kreis soll nun, so Maria Unger, noch einmal schriftlich das Interesse an einer gemeinsamen Entwicklung des Flughafengeländes abgefragt werden. Unger: „Der persönliche Meinungsaustausch bleibt aber ein fester Bestandteil der Kommunikation, denn für den Erfolg des Konversionsprozesses sind wir auf die Zusammenarbeit mit den Kommunen im Kreis und in der Region angewiesen. Andererseits bin ich auch sicher, dass die gesamte Region von den Ergebnissen eines gelungenen Konversionsprozesses profitieren wird.“

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