Konfirmanden gestalten Kirchenfenster
Bild: Mickley
Eine bleibende Erinnerung: Drei Konfirmandengruppen haben das neue Weihnachtsfenster während ihrer Ferienfreizeit auf Borkum erarbeitet.
Bild: Mickley

Erst bei näherem Hinsehen ist zu erkennen, dass es sich nicht um echtes Fensterglas, sondern um einen Entwurf aus Pappe handelt. Während ihrer Herbstferienfreizeit auf Borkum gestalteten 33 Jungen und Mädchen im Alter von 13 bis 14 Jahren das dreigeteilte Bild. Damit setzten sie eine langjährige Tradition der Kirchengemeinde fort. „Wir wollen, dass die Menschen, die sich hier verewigen, sich mit der Kirche verbunden fühlen“, erzählt Pastor Reinhard Ernst Bodgan. Auch der Taufbaum, weitere Fenster und andere liturgische Gegenstände wurden oder werden allesamt von Konfirmanden gefertigt.

„Manche Kollegen finden dies absurd“, so Pastor Bogdan. Doch die Mühe hat sich gelohnt, und die Gruppe denkt gern an die Zeit auf Borkum zurück. Vorgegeben war eine biblische Geschichte, die konkrete Ausgestaltung der Fantasie der jungen Christen überlassen. „Wir haben diskutiert, was wir mit Weihnachten verbinden“, erzählt die 13-jährige Anouk. Insgesamt fünf Entwürfe erarbeiteten die Konfirmanden, über den Favoriten wurde mehrheitlich abgestimmt.

Anschließend galt es, Symbole zu zeichnen, Krippenfiguren auszuschneiden und auf Plakatpapier zu kleben. „Jeder hat das gemacht, was er gut kann. Die Mädchen waren besser im Vorzeichnen, die Jungen haben dann ausgemalt“, sagte Nick (14). Dabei ging es nicht nur um die zeichnerische Arbeit, sondern auch um eine intensive Auseinandersetzung mit dem Glauben. Zahlreiche Symbole haben die Jugendlichen auf ihre Weise interpretiert, beispielsweise die Erde in Gottes Hand, den Stern von Bethlehem, das wachsame Auge Gottes, Licht als Zeichen der Hoffnung oder eine Friedenstaube.

Im Zentrum des 4,50 Meter hohen Fensterbilds sind auch dunkelhäutige Menschen zu sehen. „Wir möchten deutlich machen, dass jeder Mensch seinen Weg zu Gott finden soll, und uns damit gegen Rassismus und Ausgrenzung stellen“, verdeutlichte Franziska (13) ihren Bezug zu der Darstellung.

Die Kosten für die Dreifachverglasung des Fensters werden sich voraussichtlich auf rund 9800 Euro belaufen. Derzeit werden fleißig Spenden gesammelt. Die Gemeinde hofft, dass das Fenster im Süden des Altarraumes am Weihnachtsfest im nächsten Jahr seine ganze Pracht entfalten kann.

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