Kreatives für angehende Kaufleute
Bild: Pieper
Theaterworkshop zur Teambildung: Die Schüler des Reinhard-Mohn-Berufskollegs gehen neue Wege - unterstützt und gefördert von (vorn Mitte) Bildungsleiterin Anne Nocon, Schulleiter Michael Kintrup und Klassenlehrerin Lena Roose.
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 Für die rund 200 Jugendlichen der sieben Unterstufenklassen der Höheren Handelsschule sowie für die Fachoberschulklasse wurde eigens ein Theaterworkshop konzipiert, bei dem das Teamtraining im Mittelpunkt steht.

„Theater funktioniert nur im Zusammenspiel“, weiß Anne Noçon als Bildungsleiterin am Kolleg, seit sie das erste Mal mit einer ihrer Klassen eines der eintägigen theaterpädagogischen Angebote im weißen Kulturkubus genutzt hat. „Die Jugendlichen lernen nicht nur sich selbst besser kennen, sondern auch, dass man zielorientiert vorgehen und gleichzeitig auf den anderen achten muss, wenn das Zusammenspiel funktionieren soll“, sagt Noçon. Der Workshop verankere das bei den Jugendlichen. Daraus erwachse ein besseres Klassenklima. Und das wiederum sei die beste Voraussetzung für gute Lernerfolge.

 „Da kommen der gute alte Pestalozzi und dessen Maxime ,Lernen mit Körper, Kopf und Herz‘ wieder zu Ehren“, ergänzt Schulleiter Michael Kintrup, der gern sein Einverständnis dazu gab, das Theater als außerschulischen Lernort zu nutzen. „Das alles passt hervorragend zu unserem Motto „Leben, leisten, lernen – Erfolg und Freude zusammen teilen“, ist sich Kintrup sicher. Es könne keine Leistung geben, wenn man nicht bereit sei, sich auf Neues einzulassen.

Und genau das bietet der Theaterworkshop, der in dieser Intensität und Länge bislang auch für die Theatermacher eine Premiere ist. Bis zum 13. Dezember wird täglich eine der acht Klassen des Kollegs den Schulraum mit der Studiobühne tauschen, um unter Anleitung von Theaterpädagoge Predrag Kalaba neue Wege zu beschreiten. „Es tut den Jugendlichen gut, wenn die Selbstbewussten mal einen Schüchternen spielen müssen oder die Stillen einen Aggressiven“, sagt Kalaba. Das fördere das Selbstbewusstsein und auch die Empathie. „Konträre Emotionen auszuleben, sie darstellerisch auf den Punkt zu bringen, ist dabei gar nicht so einfach“, betont Klassenlehrerin Lena Roose. Theater ist eben doch mehr als „nur“ ein Spiel. Theater ist Leben. Und auch das will gelernt sein.

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