Kreis blitzt mit Vorstoß beim Land ab
Homeschooling auch in den kommenden Wochen: Das hätte sich die Kreisverwaltung für die Schüler im Kreis Gütersloh gewünscht. Einem entsprechenden Vorstoß hat die Landesregierung jetzt eine Absage erteilt.

 Diese Woche Distanzunterricht, kommende Woche Wechselunterricht – und dann notgedrungen wieder Distanzunterricht? Angesichts der Sieben-Tage-Inzidenz im Kreis Gütersloh, die sich langsam, aber stetig auf die 200er-Marke zubewegt, kein unwahrscheinliches Szenario. Aus diesem Grund hat der Kreis einen Vorstoß beim Land gewagt – und ist abgeblitzt. 

„Auf taube Ohren gestoßen“

Am Montag kehren die Schulen in NRW in den Wechselunterricht zurück. Doch wenn es nach Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) und Kreisdirektorin Susanne Koch gegangen wäre, würden Kinder und Jugendliche im Kreis Gütersloh weiterhin auf Distanz beschult. Aus diesem Grund hatten sie sich mit der Bitte an die Landesregierung gewandt, es im Kreis Gütersloh ab kommender Woche beim Distanzunterricht zu belassen. 

Mit diesem Anliegen seien sie „auf taube Ohren gestoßen“. „Aus unserer Sicht ist es absurd, dass sich die Schulen jetzt auf den Wechselunterricht vorbereiten und nach wenigen Tagen wieder zum Distanzunterricht wie in dieser Woche zurückkehren müssen“, schreiben Adenauer und Koch in einer Mitteilung. Man habe den Schulen diese Unsicherheit, in der sie jetzt seien, eigentlich nehmen wollen, so Koch.

„Uns sind die Hände gebunden“

 „Aber uns sind die Hände gebunden“, so Koch weiter In der kommenden Woche sei mit der sogenannten Bundesbremse zu rechnen, die Schulschließungen und damit Distanzunterricht ab einer Inzidenz von 200 einheitlich in der Bundesrepublik regle. Der Kreis Gütersloh bewege sich seit Tagen in diese Richtung. Am Donnerstag betrug dieser Wert laut Robert-Koch-Institut 181,7. Eine Umkehr ist laut Abteilung Gesundheit nicht zu erwarten. Damit sei die Wahrscheinlichkeit hoch, dass nach kurzem Wechselunterricht die Rückkehr zum Distanzunterricht eintreten werde. Das Land NRW habe keinen Automatismus zu einer Rückkehr zum Distanzunterricht ab einer Inzidenz von 200. 

Kreis lehnt Vorschlag einer neuen Allgemeinverfügung ab

Dieser sei aber in der Bundesbremse, die bereits vom Kabinett beschlossen worden sei, vorgesehen. Laut Mitteilung hat die Landesregierung dem Kreis Gütersloh am Donnerstag einen Ausweg aufgezeigt, den aber niemand gehen will: Der Kreis hätte eine neue Allgemeinverfügung erlassen können, in der ein ganzes Bündel von neuen Einschränkungen stehen müsste. Distanzunterricht als Einzelmaßnahme werde abgelehnt.

„Das würde kein Bürger mehr verstehen“

 „Eine neue Allgemeinverfügung zu erlassen, kurz bevor Berlin bundesweit neue Regeln erlässt, ergibt aber aus unserer Sicht keinen Sinn. Das würden die Bürger doch nicht mehr verstehen“, meint Adenauer. Eine Abkehr von der zuletzt erlassenen Allgemeinverfügung sei aus seiner Sicht sinnlos: Damit seien die Voraussetzungen für die flächendeckenden Bürgertestungen geschaffen worden. Der Einzelhandel habe sich nicht als Infektionsherd erwiesen.

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