Kreis nimmt Fracking-Methode in den Fokus
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 Die Erdgas-Gewinnung aus unkonventionellen Lagerstätten mithilfe der Fracking-Methode wird  den Umweltausschuss des Kreises Gütersloh beschäftigen.
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 Das ist der Tenor einer Stellungnahme der Verwaltung, die dem Umweltausschuss zur Beratung am Donnerstag, 15. März (15 Uhr, Kreishaus Wiedenbrück) vorliegt. Erstmals befasst sich ein Kreisgremium öffentlich mit der Gasförderung aus Kohleflötzen und Schiefergestein in Tiefen ab 1000 Metern. Und das, obwohl für weite Teile des Kreises Gütersloh als erste Bausteine sogenannte Aufsuchungserlaubnisse längst vorliegen. Die hat die Abteilung Bergbau und Energie der Bezirksregierung Arnsberg (das frühere Landesoberbergamt) bislang erteilt, ohne die kommunale Seite zu informieren. Erst seit einem Jahr beteiligt die Behörde Kreise und

Bei der Fracking-Methode zur Gewinnung von Erdgas in Tiefengesteinen wird mit Chemikalien versetztes Wasser mit hohem Druck in große Tiefen gepumpt, um das Gebirge aufzubrechen (Fracking). Nach Abpumpen des Wassers kann das sich in den Hohlräumen angesammelte Gas abgesaugt werden. Gegner befürchten eine Verunreinigung des Grundwassers. Die Landesregierung hat daher ein Gutachten zur Risikoabschätzung in Auftrag gegeben, das Mitte 2012 vorliegen soll. Im Kreis hat die Firma BNK eine Aufsuchungserlaubnis für das Feld „Falke (Rheda-Wiedenbrück, Langenberg, Rietberg, Verl, Schloß Holte und Teile von Gütersloh). Mobil Erdgas-Erdöl ist im Feld Nordrhein-Westfalen (Teile von Gütersloh, Herzebrock-Clarholz, Harsewinkel und Versmold) sowie im Feld Herford (Teile von Gütersloh, Steinhagen, Halle, Borgholzhausen und Werther) am Zug.
Kommunen auf freiwilliger Basis an dem Verfahren.

 Vor diesem Hintergrund ist das Thema auf dem Tisch des Kreis-Umweltausschusses gelandet. Denn die Firma BNK Deutschland, deren Mutterkonzern in kanada sitzt, hat eine Aufsuchungserlaubnis für das Feld „Falke-South“ beantragt. Dieses umfasst im Wesentlichen die Kreise Soest und Paderborn, streift aber auch die Kreise Warendorf und Gütersloh. Betroffen ist der Südosten von Rietberg.

Nach Angaben der Kreisverwaltung gibt die Aufsuchungserlaubnis dem Antragsteller „lediglich das Recht, ein bestimmtes Gebiet nach Bodenschätzen zu erkunden“. Die Art und Weise der Suche, beispielsweise nach Gas, müsse danach aber noch separat beantragt werden. Gleiches gelte für die eigentliche Gewinnung der Bodenschätze.

Die generelle Aufsuchungserlaubnis darf dem Kreis zufolge vom Bergamt nur versagt werden, wenn ihr „überwiegend öffentliche Interessen“ entgegenstehen. Das lasse sich, so heißt es in der Sitzungsvorlage, „aber kaum formulieren, da mögliche Beeinträchtigungen in den Antragsunterlagen nicht beschrieben“ würden. Ein gewisses öffentliches Interesse sieht der Kreis allerdings im Falle von „Falke-South“ zumindest für das bis nach Rietberg reichende Wasserschutzgebiet Lippstadt-Lipperbruch. Einige Ausschüsse der Stadt Rietberg haben sich bereits vorläufig gegen Erdgasbohrungen im Stadtgebiet ausgesprochen. Das Verfahren sei „voller Risiken und viel zu gefährlich für unsere Region“, so Bürgermeister André Kuper.

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