Kreis steuert auf Hausarzt-Mangel zu
Ernst, aber nicht hoffnungslos: So schildert die Kassenärztliche Vereinigung die Versorgungslage mit Hausärzten in den Mittelbereichen des Kreises Gütersloh.

Was die Versorgung mit Fachärzten angeht, sieht es im Kreis Gütersloh gut aus. Ein anderes Bild zeichne sich bei den Hausärzten ab, berichtete der Leiter des Bereichs Zulassung und Sicherstellung bei der KVWL, Ansgar von der Osten (Bild) in jüngster Sitzung des Gesundheitsausschusses. Während bei Kinder- und Jugendmedizinern oder auch Psychotherapeuten Versorgungsgrade von mehr als 140 Prozent erreicht werden, knackt im Kreis Gütersloh lediglich der sogenannte Mittelbereich Rietberg bei den Hausärzten die 100-Prozent-Marke. Der Bereich Gütersloh erreicht 84,1 Prozent, Halle 83,4 und Rheda-Wiedenbrück 80,4 Prozent. Damit sind sie eben nicht mehr meilenweit von einem Versorgungsgrad in Höhe von 75 Prozent entfernt. „Ab dann spricht man von einer Unterversorgung“, so der Referent. Mehrere Faktoren seien für eine Abnahme des Versorgungsgrades bei den Hausärzten, der noch 2015 in allen Bereichen um bis zehn Prozent höher lag (Rietberg ausgenommen) verantwortlich. Wesentlich seien die Zunahme der Einwohner und die rückläufigen Arztzahlen. Das zeige, dass „Bemühungen, Nachwuchs zu gewinnen“, erforderlich seien, sagte von der Osten.

Altersstruktur birgt Probleme

Und das insbesondere mit Blick auf die Altersstruktur der Hausärzte. Auch in diesem Punkt sei die Problematik in Rietberg am geringsten, so der KVWL-Vertreter. „Wir haben eine ganze Reihe von Ärzten, die ein hohes Alter haben, aber noch tätig sind.“ Strukturell das größte Problem weise der Mittelbereich Halle auf. Dort sind gut 40 Prozent der Hausärzte zwischen 65 und 70 Jahren alt. Im Bereich Gütersloh machen Ärzte im Alter von 60 bis 70 Jahren annähernd ein Drittel aller Hausmediziner aus. Seitens der KVWL werden Instrumente und Maßnahmen umgesetzt, um mehr Hausärzte in die Region zu bringen. Die Angebote reichen von Nachwuchskampagnen über die Förderung von Praxisnetzen bis zur Unterstützung von Kommunen. „Wir versuchen Anreize zu setzen, bevor der Versorgungsgrad unter 75 Prozent fällt“, so Ansgar von der Osten.

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