Kreis trägt Drogenberatung in Gütersloh
Der Kreis finanziert künftig die Drogenberatung im Gütersloher Stadtgebiet.

Da nach dem Gesetz über den Öffentlichen Gesundheitsdienst die Sucht- und Drogenberatung eine Pflichtaufgabe des Kreises ist, hatten Experten im Rahmen der Haushaltskonsolidierung der Stadt Gütersloh vor einiger Zeit vorgeschlagen, diese freiwillige Ausgabe einzusparen. Die Politiker der Kreisstadt sagten Ja.

Nachdem auch der Kreisausschuss dieser Neuregelung am Montag ohne Diskussion einmütig zugestimmt hat, kann der Vertrag unterzeichnet werden. Mit 100 000 Euro Ausgaben umfasst er einer Vorlage der Kreisverwaltung zufolge zwei Beraterstellen.

Bis zum Jahr 2002 hatte die Stadt Gütersloh die Drogen- und Suchtberatung über einen Verein in eigener Regie abgewickelt. Dann waren die Aufgaben an den Caritasverband übertragen worden, der sich im übrigen Kreisgebiet schon seit 1992 um die Drogen- und Suchtberatung kümmert. Im Herbst 2010 ist dieser Vertrag über zwei Beraterstellen für fünf Jahre verlängert worden.

Servicebereich und Café bleiben

Ganz kehrt die Stadt Gütersloh der Sucht- und Drogenberatung jetzt aber nicht den Rücken. Als freiwillige Leistung hält sie mit einer Stelle an dem sogenannten „niederschwelligen Servicebereich“ im Caritasgebäude an der Roonstraße fest. Dazu gehört ein Café als Treff- und Anlaufpunkt für Menschen, die illegale Drogen konsumiert haben oder konsumieren. Wer will, kann dort auch duschen, Wäsche waschen oder verschiedene Angebote zur Freizeitgestaltung nutzen. Ferner können dort Spritzen getauscht werden. Gut 100 000 Euro lässt sich die Stadt dieses Angebot kosten, die Hälfte dessen, was sie laut Sitzungsvorlage bisher insgesamt ausgegeben hat.

754 Klienten im Jahr 2010

Um 754 Klienten hat sich die Caritas-Drogenberatung im vergangenen Jahr gekümmert, die Hälfte davon kam aus dem Gütersloher Stadtgebiet. 2350 Gespräche wurden der Statistik zufolge geführt. 630 Personen waren drogenabhängig. Bei den übrigen handelte es sich um Angehörige, die bei den Fachleuten Rat und Hilfe gesucht haben. Heroin (50 Prozent) und Cannabis (30 Prozent) wurden von den meisten der abhängigen Klienten konsumiert.

In der Vergangenheit hat der Kreis der Caritas jährlich rund 400 000 Euro für die Drogen- und Suchtberatung, die Fachstelle für Suchtvorbeugung sowie für die psychosoziale Betreuung von Menschen, die Ersatzdrogen bekommen (Substitution), gezahlt.

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