Kreisdirektorin ist „gut angekommen“
Bild: Neitemeier
Seit 100 Tagen ist die 45-jährige Juristin Susanne Koch Kreisdirektorin des Kreises Gütersloh. Sie verantwortet die Bereiche Bildung, Jugend und Soziales mit 270 Mitarbeitern. 
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Im Büro und im Sessel ihres Vorgängers Christian Jung im Kreishaus Gütersloh fühlt sich die 45-jährige Juristin wohl und weiß „hervorragende Mitarbeiter“ an ihrer Seite. Die Anforderungen sind hoch, von einer ruhigen Einarbeitungszeit kann keine Rede sein.

Neue Aufgabe macht Susanne Koch viel Spaß

Zunächst Menschen, Themen und Arbeitsabläufe beim Kreis kennenlernen – dieses Ziel hat Susanne Koch seit dem 1. September nur in Teilen verwirklichen können. „Ich habe schon mit vielen Mitarbeitern gesprochen, aber noch längst nicht alle Abteilungen und Einrichtungen besucht“, räumt die Kreisdirektorin offen ein.

Wie auch, schließlich gibt es beispielsweise allein 14 Schulen in Trägerschaft des Kreises und vier Regionalstellen. Und statt für 70 wie als Beigeordnete in Verl ist sie beim Kreis für 270 Mitarbeiter in den Bereichen Bildung, Jugend und Soziales verantwortlich. „Nach und nach werde ich mich aber überall vorstellen“, verspricht Susanne Koch und verweist auf ihren eng getakteten Terminkalender.

Im Gesamtschulstreit gleich stark gefordert

Der Streit um die Errichtung einer Gesamtschule in Halle hat in den ersten 100 Tagen Kochs besondere Aufmerksamkeit gefordert, „zumal Schule der Bereich ist, mit dem ich bisher am wenigsten zu tun hatte“. Die Kreisdirektorin ist beeindruckt von der Professionalität der Verwaltung und der erarbeiteten Stellungnahmen. Ob der Kreis mit seiner Argumentation, die Haller Pläne gefährdeten den Bestand seiner Schulen, Erfolg haben wird, weiß sie nicht. „Eine Prognose ist ganz schwierig“, räumt die Juristin ein.

Inklusion ist ein weites Feld

Ein Thema, das sich fast durch alle Arbeitsbereiche von Susanne Koch zieht, ist die Inklusion. „Wir stehen vor großen Herausforderungen“, weiß die Fachbereichsleiterin. Förderschulen des Kreises sind ihrer Ansicht nach durch die vom Land vorgegebenen Mindestgrößen „direkt nicht gefährdet“, aber wie beispielsweise das gemeinsame Lernen von behinderten und nicht behinderten Schülern oder die stärkere Integration von Menschen mit Handicap gelingen kann, dahinter stehen noch viele Fragezeichen.

Zahlreiche Abstimmungsgespräche prägen den Arbeitstag der Kreisdirektorin. Gerade im Schulbereich gibt es zwischen Land, Schulaufsicht und Kreis „viel zu koordinieren“. Die Strukturen zu durchschauen, sei „nicht leicht gewesen“, sagt Koch.

Mehr zu dem Thema lesen Sie auf der Kreisseite Gütersloh in der „Glocke“ vom 7. Dezember.

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