Kreishaus-Spatenstich vor 20 Jahren
Archivbild: Neitemeier
10. August 1994: Der damalige Landrat Franz-Josef Balke (v. l.), Architekt Professor Eckhard Gerber aus Dortmund und Oberkreisdirektor Günter Kozlowski beim Spatenstich fürs Kreishaus Gütersloh.
Archivbild: Neitemeier

Zweieinhalb Jahre später und damit 24 Jahre nach der kommunalen Neuordnung wird der Verwaltungskomplex mit seinen 350 Büros und 460 Arbeitsplätzen in Dienst gestellt. Erst da ist Gütersloh echte Kreisstadt.

Auch Proteste im August 1994

Doch nicht alle Gäste jubeln, als Franz-Josef Balke vor 20 Jahren per Hand und mit einem PS-starken Bagger im Schatten der Heilig-Geist-Kirche die erste Erde für das Millionen-Projekt bewegt. Die Grünen um Petra Hundt (Kreistagsfraktion) und Brigitte Plaga (Kreisvorstand) bekräftigen bei der Zeremonie ihr Nein.

„150 Millionen fürs Kreishaus, null Mark für Mensch und Umwelt“, heißt es auf einem Transparent. Gemeint ist damit, dass der mit Ausgaben von 86 Millionen Mark kalkulierte Komplex den Steuerzahler bis zur Tilgung des letzten Darlehns insgesamt 150 Millionen Mark kosten werde. Die Gegner vergraben aus Protest „Geldscheine“ und überreichen Balke einen durchlöcherten Sack als Symbol für leere Stadt- und Gemeindekassen. Der Landrat nimmt’s gelassen, aber nicht unwidersprochen hin.

80 Millionen Mark verbaut

Am Ende kostet das Kreishaus mit dem markanten quadratischen Straßenverkehrsamt und der charakteristischen Rotunde „nur“ rund 80 Millionen Mark. Etwa ein Drittel wird durch den Verkauf von Aktien finanziert.

Mit dem ersten Spatenstich an jenem zweiten Mittwoch des Monats August im Jahr 1994 endet für jedermann sichtbar die 20-jährige Planungsgeschichte für ein Kreishaus in Gütersloh. Denn bereits am 16. Januar 1974 stellte die Kreisverwaltung die ihrer Ansicht nach für dieses Vorhaben geeigneten Grundstücke vor. Der Kreis spricht sich für das Gelände an der Herzebrocker Straße aus, die Stadt für das der früheren KG Niemöller und Lütgert an der Hohenzollernstraße.

Raumprogramm als Zankapfel

Sieben Jahre dauert es, bis der Kreis Gütersloh für drei Millionen Mark Eigentümer seines Wunschgrundstücks wird. Doch andere Projekte – beispielsweise Schulen – lassen das Verwaltungsgebäude immer wieder hintenan stehen. Das Raumprogramm ist zudem ein ständiger Zankapfel.

Weiteres zu diesem Thema lesen Sie auf der Kreisseite Gütersloh in der „Glocke“ vom 16. August.

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