„Kritische Lage durch ruinöse Preise“
Die hohen Futter- und Energiekosten bringen die Schweinemäster und vor allem die Ferkelerzeuger in eine wirtschaftlich sehr schwierige Lage. Darauf hat der Landwirtschaftliche Kreisverband in einer ausführlichen Mitteilung hingewiesen.

„Für weniger als 1,80 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht bei den Schweinen oder weniger als 60 Euro für ein 25 Kilogramm schweres Ferkel kann kein Betrieb mehr produzieren“, sagt Arnold Weßling, der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbands. Die Verkaufserlöse reichten nicht einmal zur Deckung der Futter- und Energiekosten – geschweige denn für die Arbeitszeit, die Finanzierung der Stallplätze oder gar für Investitionen in die Zukunft.

Gerade die Sauen haltenden Betriebe befänden sich in einer dramatischen Lage, doch gerade sie seien gefordert: Ab dem 1. Januar 2013 sei die Gruppenhaltung für tragende Sauen Pflicht. Viele Höfe hätten in diese neue Haltungsform investiert oder müssten dies jetzt tun, wenn sie den Betriebszweig erhalten wollten. Und das bei extrem niedrigen Ferkelpreisen.

„Immer höhere Standards in der Erzeugung verlangen auch ihren Preis“, fordert Arnold Weßling für den Berufsstand. Man könne die Standards für mehr Umwelt- und Tierschutz nicht ständig erhöhen, andererseits den Bauern aber weniger für ihre Schweine bezahlen. Zudem sind nach Angaben des Kreisvorsitzenden viele Landwirte durch die intensiven Diskussionen zum Tierschutz verunsichert. Sie wüssten nicht, welche weiteren Forderungen noch auf die Betriebe zukämen und welche Investitionen damit verbunden seien.

„Trotzdem verschließt sich der Berufsstand dem Thema Tierschutz nicht“, betont Weßling: „Wenn es bessere Lösungen gibt als die praktizierten, dann stehen wir denen nicht im Wege, im Gegenteil.“ Der Vorsitzende macht deutlich: „Die bäuerlichen Familien stellen sich den steigenden Ansprüchen der Gesellschaft an die Erzeugung von Nahrungs- und Futtermitteln, die Produktion von nachwachsenden Rohstoffen und erneuerbaren Energien sowie der Pflege des ländlichen Raums.“

Für Landwirte sei praktizierter Tierschutz elementarer Bestandteil der Tierhaltung, weil er Grundvoraussetzung für das Wohlbefinden der Tiere und damit die Tiergesundheit sei. „Für uns haben die Unversehrtheit von Mensch und Tier sowie der Schutz von Natur und Umwelt höchste Priorität“, betont Weßling in der Mitteilung. Doch nur wirtschaftlich gesunde Höfe seien in der Lage, das zu leisten, was die Gesellschaft wolle: sichere Nahrungsmittel, Bioenergie, lebendige ländliche Räume und eine intakte Umwelt.

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