Kroe-Kunstnachlass geht in Stiftung über
Bild: Poetter
Kümmern sich um den Nachlass des Künstlers Walter Krömmelbein, genannt Kroe: (v. l.) Karl-Heinz Beune (Heimatverein), Kunstpädagogin Klaudia Defort-Meya, Kunsthistorikerin Christiane Hoffmann, Reiner Kuhn, Anke Wienke und Astrid Schütze vom Kulturverein sowie Nicola Rosengarten.
Bild: Poetter

 Sie wollen das Borgholzhausener Wohnhaus der Familie Krömmelbeim zusammen mit dem künstlerischen Nachlass des Malers schützen, erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich machen.  „Wir sind auf einem guten Weg“, freut sich Astrid Schütze, die Vorsitzende des dortigen Kulturvereins. Denn:  Am Mittwoch, 2. November, wird Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl in einem kleinen Festakt ab 16 Uhr im Museum Borgholzhausen die Anerkennungsurkunde für die selbstständige und gemeinnützige Kroe-Stiftung überreichen. Anschließend können Gäste und Interessenten einige  Kroe-Bilder aus dem Fundus besichtigen.

 Dass im Rahmen der Nachlass-Verwaltung, -Pflege und Präsentation noch viel Arbeit vor den Mitgliedern des Kroe-Freundeskreises liegt, wissen diese nur zu gut. Jüngst trafen sie sich im Borgholzhausener Rathaus, um den Nachlass  in Augenschein zu nehmen und weitere Schritte zu besprechen.

Auf dem Konferenztisch im Sitzungszimmer lagen Bilder in selbstgezimmerten weißen Rahmen und zig Werke in Mappen. Auf dem Boden stapelten sich Leinwände in unterschiedlichen Größen, Assemblagen und prall gefüllte Kartons mit Papierarbeiten, darunter viele Collagen, Holzschnitte und Linoldrucke. 

 „Ein wahrer Schatz“, erklärte Kunsthistorikerin Christiane Hoffmann. Die Rheda-Wiedenbrückerin ist mit Kroes Werk bestens vertraut. „Als Maler des Informel hat er seinen Platz in der Kunstgeschichte“, betont  sie und sieht den Borgholzhausener auf Augenhöhe mit Künstlern wie Bernhard Schultze oder auch K.O. Götz.

„Was ich anstrebe und zu vervollkommnen suche, ist die reine Malerei, in der das dynamische Farb- und Raumgefühl in allen Teilen der künstlerischen Gestaltung vorherrschend ist: die seelische, stoffliche, räumliche und inhaltliche Vibration“, lautete Kroes Credo. Ähnlich den französischen Tachisten ließ er nach seiner Abwendung von der realen Darstellung die Farben auf die Leinwände tropfen und entwickelte daraus abstrakte Bilder von eruptiver Kraft und voll surreal anmutender Wesen. Als er seine Arbeiten 1955 in Frankfurt zeigte, erfuhr er als Vertreter des Informel viel Anerkennung – auch international.

Ein lang verfolgtes Ziel wird Realität

Die jetzt lebendig werdende Stiftung ist seit Jahren das Ziel umtriebiger Kulturfreunde in und um Borgholzhausen.  Sie wollen das teils marode Anwesen, zu dem auch ein kleines Teehaus und ein Atelier-Pavillon gehören, in ein Kulturzentrum mit Präsentationsmöglichkeit verwandeln. Die Erbengemeinschaft Kroes steht dieser Idee positiv gegenüber – bei einer Grundstücksgröße, die Bauland für sechs Einfamilienhäuser hergäbe, keine Selbstverständlichkeit.

Als Voraussetzung für die Stiftungsurkunde hatte die Bezirksregierung in Detmold vom Freundeskreis die Bereitstellung von 50 000 Euro als Instandhaltungsrücklage für die Krömmelbein-Gebäude verlangt. Daraufhin hatte der Rat der Stadt Borgholzhausen im Oktober 2015 für diesen Zweck 30 000 Euro bewilligt. Verkehrs- und Heimatverein steuerten jeweils 10 000 Euro bei. Der Kulturverein will sich mangels eines großen Etats vor allem mit Man-Power an der Kroe-Stiftung beteiligen.

Den kompletten Bericht lesen Sie in der Gütersloher „Glocke“ vom 20. Oktober.

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