Landwirte beklagen Einbußen und Schäden
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„Wir können eine leicht unterdurchschnittliche Ernte verbuchen“, sagt der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbands Gütersloh, Andreas Westermeyer.
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Trotz Trockenheit und Hitze seien die Bauern aber mit einem blauen Auge davon gekommen. „Wir können eine leicht unterdurchschnittliche Ernte verbuchen, die je nach Fruchtart und Region stark schwankt“, sagt der Landwirt. Allerdings gibt es massive Trockenschäden und Ernteeinbußen bei den Wiesen und Weiden sowie Kartoffeln.

Der Mais litt im zweiten Jahr in Folge unter Trockenstress. Wegen der unterschiedlichen Bodenqualitäten und vor allem Regenmengen liegt die Spannbreite bei der Ernte von „ganz ordentlich“ bis „ganz schlecht“. „Daher ist regional eine im Vergleich zum Vorjahr noch schwierigere Futtersituation zu befürchten“, erläutert Westermeyer, „da es kaum Reserven gibt.“ In den Wiesen und Weiden ist wenig nachgewachsen.

Trockener Sommer hat Puffer aufgezehrt

„Normalerweise haben die Milchbauern immer eine gewisse Futterreserve für Notzeiten“, so der Vorsitzende. Der trockene Sommer 2018 habe diesen Puffer aufgezehrt. Sorgen bereiten den Milchviehhaltern weiter die nicht kostendenkenden Erzeugerpreise. „Die Erzeugerkosten sind aufgrund der qualitativ knappen Futtervorräte und des Zukaufs von Futtermitteln deutlich höher als im Vorjahr“, so Westermeyer. Bei der jetzt laufenden Kartoffel- und Zuckerrübenernte rechnen die Landwirte mit einer unterdurchschnittlichen Bilanz.

Weiter sieht der Vorsitzende den Wald in einem desaströsen Zustand. „Das Landschaftsbild wird sich ändern.“ Die Rettung des Waldes ist für ihn eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Der Schweinemarkt konnte sich nach einem Tief in den vergangenen beiden Jahren erholen, so Westermeyer. „Die Auswirkungen der Afrikanischen Schweinepest in anderen Ländern haben die Kurse steigen lassen.“ Jedoch bereiten immer mehr Haltungsauflagen und bürokratische Hürden den Bauern Sorgen.

Das Agrarpaket, das Anfang September Umweltministerin Svenja Schulze und Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner als Entwurf vorgestellt wurde, kritisiert Westermeyer massiv. Es bedeute das „Aus“ für viele heimische Bauernfamilien. Das Paket bezeichnet der Landwirt als reinen politischen Aktionismus.

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