Lange Wartezeiten beschäftigen Politik
Archivbild: Neitemeier
In der Zulassungsstelle des Straßenverkehrsamts müssen sich Kunden derzeit länger als gewohnt gedulden, bis ihre Nummer aufgerufen wird. Die SPD-Kreistagsfraktion hat die kontinuierlich gestiegenen Wartezeiten kritisiert und zum Thema einer Anfrage an die Kreisverwaltung gemacht. Der Kreisausschuss wird sich in seiner Sitzung am 21. September mit dem Thema befassen.
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Die Kreisverwaltung forscht nach eigenen Angaben bereits nach den Gründen und will zeitnah gegensteuern. Erboste und frustrierte Kunden hätten die SPD-Kreistagsfraktion darauf hingewiesen, dass es in den vergangenen Wochen und Monaten häufiger Wartezeiten von zwei Stunden und 50 wartende Kunden in den Räumen an der Herzebrocker Straße 140 in Gütersloh gegeben habe, heißt es in einer Mitteilung der Fraktion. Im Einzelfall soll die Situation sogar noch schlimmer gewesen sein. Die Unzufriedenheit bei Kunden und Mitarbeitern nehme zu.

SPD-Kritik an Situation in der Zulassungsstelle

SPD-Fraktionschefin Liane Fülling: „Das Bild, das der Kreis Gütersloh als Träger des Straßenverkehrsamts bei seinen Kunden hinterlässt, ist negativ.“ Es sei nicht akzeptabel, dass für die einfache Anmeldung eines Kraftfahrzeugs eine Stunde etwa in Form eines späteren Dienstbeginns oder einer verlängerten Mittagspause nicht ausreiche. Um auf der Basis eines breiten Meinungsbildes für die Debatte im Kreisausschuss gerüstet zu sein, ruft die SPD-Fraktion Bürger auf, ihr ihre – positiven wie negativen – Erfahrungen mit dem Straßenverkehrsamt per E-Mail zu schicken: spd@gt-net.de.

Die von der SPD verbreiteten Zahlen hat der Kreis Gütersloh zunächst nicht kommentiert. In einer Stellungnahme räumt die Verwaltung den Anstieg der Wartezeiten in den vergangenen Monaten von im Schnitt sonst üblichen 20 auf jetzt 31 Minuten ein. Auch ärgerliche Ausreißer von mehr als einer Stunde habe es gegeben. Landrat Sven-Georg Adenauer: „Die Zulassungsstelle ist unser Schaufenster. Die zuletzt sensationelle durchschnittliche Wartezeit von 19 Minuten ist momentan nicht haltbar. Aber wir wollen die eigenen hochgesetzten Ziele wieder erreichen.“

Kreis sucht nach Ursachen und will gegensteuern

Mit der Ursachenforschung hat die Kreisverwaltung nach eigenen Angaben bereits begonnen, als die Wartezeit nach der Frühjahrsspitze nicht wieder sank. Ein möglicher Grund für den schleichenden Zuwachs sei der saisonbedingte Anstieg im Frühjahr, den alle Zulassungsstellen hätten und auf den man sich personell einstelle. Dieser Trend werde überlagert von einer Erhöhung des Kraftfahrzeugbestands um fünf Prozent in den vergangenen fünf Jahren und mehr Geschäftsvorfällen (plus zirka zehn Prozent seit dem Jahr 2010). Zudem werde das Geschäft immer komplexer und der Verwaltungsaufwand durch mehr Kurzkennzeichen, die Plakettenvergabe für die Online-Außerbetriebssetzung, das Sepa-Mandat und die Steuerrückstandsprüfung immer höher.

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