„Lasse Vorwurf von Wildwest nicht stehen“
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Der Gang zu Verdi einiger Fachassistenten, die in der Fleischindustrie tätig sind und in Unternehmen Kontrollen durchführen, hat viel Wirbel im Kreis hervorgerufen. Das war auch Thema im Gesundheitsausschuss.
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Die Berichterstattung hatte die SPD zu einer Anfrage veranlasst, die Situation der Fleischkontrolleure darzulegen. Im Gesundheitsausschuss wies Kreisveterinär Dr. Bernhard Beneke die Vorwürfe, die die Fachassistenten in dem Pressegespräch mit Verdi vorgetragen hatten, mit Nachdruck zurück.

Darstellung werde Arbeit nicht gerecht

Dezernent Thomas Kuhlbusch betonte eingangs: „Was mich gefuchst hat, war, dass der Eindruck entstanden ist, die Fachassistenten und Tierärzte hätten prekäre Arbeitsverhältnisse.“ Wer die Arbeitsstunden voll ausnutze, komme auf einen guten Verdienst von rund 3300 Euro. Zudem hätten sich 30 bis 40 Betroffene an Beneke gewandt, dass die Darstellung, die an die Öffentlichkeit getragen worden sei, ihrer Arbeit nicht gerecht würde.

„Wir haben 20 Schlachtbetriebe im Kreis“, sagte Beneke. Im vergangenen Jahr hätten die Firmen außer einigen tausend Rindern und weiteren Tieren 6,6 Millionen Schweine im Kreis Gütersloh geschlachtet. „Das sind 12 bis 13 Prozent der in Deutschland geschlachteten Schweine.“ 2013 seien es noch 3 Millionen Schweine gewesen. „Eine Verdopplung der Schlachtzahl heißt auch eine Verdopplung der Kontrollen.“

Einsatzzeit orientiert sich an durchschnittlicher Stundenzahl

Die Mitarbeiter seien geschult, es gebe Datenbanken und Wikis, in denen Befunde und deren Beurteilungen erfasst seien. Seit 2008 gebe es zudem einen Hintergrunddienst, der telefonisch für Fragen zur Verfügung stehe – rund um die Uhr. Auch dem Vorwurf, zu ordentlich arbeitende Mitarbeiter würden daraufhin seltener eingesetzt, widersprechen Kuhlbusch und Beneke gleichermaßen.

Die Einsatzzeit orientiere sich an der vorherigen durchschnittlichen Stundenzahl, die der Mitarbeiter geleistet habe. „Es gibt Leute, die ausschließlich am Schlachthof arbeiten. Wer vorher 40 Stunden im Mittel gearbeitet hat, wird auch weiter mit den Stunden eingeteilt“, erläuterte Kuhlbusch. Außerdem ergänzte er: „Es ist der Eindruck entstanden: Was beim Kreis Gütersloh läuft, ist ein bisschen Wildwest. Das will ich so nicht stehen lassen.“

Beneke betonte, er sei stolz auf die eigentlich gute Zusammenarbeit in der Organisation. „Es reicht uns nicht, zu genügen, wir wollen das übertreffen. Aber man wird es nie allen recht machen können.“

Mehr dazu lesen Sie in der „Glocke“ vom 23. Januar 2020

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