Leiche entdeckt: Ist es Nelli G.?
Bild: Darhoven
In einem Waldstück in Halle ist eine Leiche gefunden worden. Möglicherweise handelt es sich dabei um die seit dem 14. Oktober verschwundene Nelli G. (46) aus Halle.
Bild: Darhoven

Eine Bestätigung dafür gab es von Seiten der Polizei nicht. Trotz aller Vermutungen äußerten sich die Beamten nicht einmal zum Geschlecht der Leiche. Größe und Statur („kleine, zierliche Person“) sollen dem Vernehmen nach aber zu der vermissten dreifachen Mutter passen.

Klarheit erst durch Obduktion

Klarheit in der Frage der Identität soll die Obduktion bringen, für die es aber noch keinen Termin gibt. Das könne noch ein paar Tage dauern, sagte Polizeisprecher Karl-Heinz Stehrenberg an Ort und Stelle. Zunächst einmal müsse die Leiche vollständig auftauen.

Beamte der Mordkommission Bielefeld haben mit Unterstützung von Gütersloher Kollegen die Ermittlungen aufgenommen. Die Spurensuche lief am Abend auf Hochtouren. Der Fundort der Leiche war weiträumig abgesperrt. Wetterbedingt erschwerten widrige Umstände die Arbeit der Beamten erheblich. Unter anderem musste ein Presslufthammer zur Bergung der toten Person eingesetzt werden.

Die nach Mitteilung der Polizei „teilweise skelettierte Leiche“ lag am Rand eines einsamen Waldgebiets zwischen den Haller Ortsteilen Hörste, Kölkebeck und Bokel. Sie war teilweise mit einer Jacke und Sand abgedeckt gewesen.

Augen und Mund mit Klebeband umwickelt

Der Hund des in der Nähe wohnenden Landwirts war beim Spaziergang unruhig geworden und zu dem Waldrand gelaufen. „Etwas Blaues“ habe das Interesse des Tieres geweckt, berichtete Schacht. Der Landwirt ging ebenfalls zu der Stelle, um nach dem Rechten zu sehen. Er vermutete zunächst, jemand habe dort Unrat entsorgt. Beim genaueren Hinsehen entdeckte der Mann dann die auf dem Rücken liegende Leiche. Augen und Mund seien mit Klebeband umwickelt gewesen, berichtete er später. Per Notruf wurde die Polizei verständigt.

Spurlos verschwunden war Nelli G. seinerzeit nach einem Arztbesuch. Das Fahrrad der Frau wurde kurze Zeit später im Waldgebiet an der Hachhowe/Tatenhauser Straße entdeckt. Die Entfernung zwischen dieser Stelle und dem Fundort der Leiche beträgt etwa einen Kilometer. Monatelang hatte die Polizei ermittelt, ohne Erfolg. Die Sonderkommission wurde schließlich aufgelöst. Fallanalytiker des Landeskriminalamts kamen Mitte Dezember zu dem Schluss, dass Nelli G. Opfer eines Verbrechens geworden sein müsse und nicht mehr lebe.

SOCIAL BOOKMARKS