Lettische Festgäste geben besondere Note
Bild: Neitemeier
Die Gruppe „Griezes“ bereicherte das Sommerfest des Kreises mit lettischer Folklore.
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Einer der Redner auf dem Reckenberg in Wiedenbrück war der lettische Ministerpräsident Maris Kucinskis. Er ist – wie der ebenfalls angereiste frühere Staatspräsident Andris Berzins – der Partnerschaft besonders verbunden, weil er in den vergangenen 25 Jahren eine Zeitlang Landrat des Kreises und Bürgermeister der Stadt Valmiera war.

Ministerpräsident und Botschafterin auf dem Reckenberg

In dieser Phase hat er die deutsch-lettischen Beziehung selbst intensiv gefördert. Einen offiziellen Besuch in Nordrhein-Westfalen hatte Kucinskis eigens so gelegt, um an der 25-Jahr-Feier am Freitagabend und zuvor an der Begründung der neuen Partnerschaft zwischen Mazsalaca und Harsewinkel (siehe Lokalseite) teilnehmen zu können.

Auf dem Reckenberg berichtete Kucinskis schmunzelnd von der Legende, dass die Menschen im Kreis Valmiera vor 25 Jahren mit ihrer gerade gewonnenen Freiheit die Hoffnung gehabt hätten, jemand zeige ihnen, wie Demokratie gehe. Dann sei der Traum mit dem Kreis Gütersloh Wirklichkeit geworden. „Tatsächlich war es aber anders“, so Kucinskis. „Der Kreis Gütersloh suchte damals einen Partner in Lettland, hat uns gefunden und genommen. Und wir haben am meisten davon profitiert, durch Projekte und Erfahrungen, die viele Menschen uns weitergegeben haben. Danke.“

Bienenkasten als Geschenk zum 25-Jährigen

Landrat Sven-Georg Adenauer hatte zuvor betont, dass die Deutschen in dieser Partnerschaft viel von dem kulturellen Austausch profitiert hätten. Vor dem Ministerpräsidenten hatte Janis Zuments als stellvertretender Vorsitzender des Partnerschaftsvereins Valmiera, allen gedankt, die ein Vierteljahrhundert aktiv mitgewirkt hätten. Und weil die Partnerschaft so eifrig und emsig wie eine Biene sei, überreichte Zuments einen Bienenkasten mit Tafeln der beteiligten Kommunen im Innern.

Zur rund 50-köpfigen Delegation aus der Region Valmiera gesellte sich auch die lettische Botschafterin Elita Kuzma – ein Zeichen dafür, welch hohe Anerkennung die Partnerschaft in dem baltischen Staat genießt.

Spezialitäten zur Begrüßung

Eröffnet hatte das nur am Anfang von ein paar Regentropfen berührte Sommerfest das Symphonische Blasorchester der Feuerwehr Gütersloh. Zu dessen Klängen hießen Landrat Sven-Georg Adenauer und Janis Zuments die rund 450 selbst zahlenden Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft des Kreises willkommen – flankiert von einem Kiepenkerl aus Borgholzhausen und zwei Letten (in Tracht). An einem westfälischen Korn oder einem lettischen Balsam führte kein Weg vorbei. Auch weitere Spezialitäten wie das leckere Kümmelbrot ließen die Besucher gern zugreifen.

Im Lauf des Abends steuerte die Gruppe „Griezes“ mehrfach lettische Folkloremusik bei. Schwerpunkt des Besuchsprogramms der Letten an diesem Samstag ist die Begründung der Partnerschaft zwischen den Kommunen Borgholzhausen und Naukseni. Am Sonntag nimmt die Delegation Rheda-Wiedenbrück unter die Lupe. Besichtigt wird unter anderem die neugestaltete evangelische Kreuzkirche.

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