Liemke und Senne beim Dorfwettbewerb
In diesem blauen Oldtimer-Bus war die Jury in Liemke unterwegs.

Sie schickten die Bewertungskommission am späten Nachmittag in einem Oldtimer-Bus auf eine einstündige Rundfahrt. Mit an Bord: das Kernteam des Liemker Dorfentwicklungskonzepts um den Sprecher Werner von Seggern. Er und die anderen Mitglieder berichteten unterwegs von den Vorzügen ihrer Heimat.

Der Tenor: Liemke ist zukunftsfähig, weil es sich dort gut leben und arbeiten lässt, weil der Zusammenhalt unter den Menschen stimmt, weil die Mischung aus Natur und Gewerbe passt, weil Liemke für Jung und Alt etwas zu bieten hat. Ausgangspunkt war der Pferdehof Berenbrinker an der Kaunitzer Straße.

Dort empfingen die Liemker die Jury mit ihrem Heimatlied. Dann ging es los, durch Feld, Wald und Flur, durch Gewerbegebiete und Siedlungen, vorbei an Sportplatz, Kindergarten und Schützenhalle. Das Kernteam hatte zahlreiche Gruppen mobilisiert, sich am Wegesrand aufzubauen und die Lebendigkeit von Liemke zu demonstrieren. An der Reithalle übte der Nachwuchs auf Ponys.

Der Schäferhundeverein demonstrierte, dass die Tiere aufs Wort gehorchen. Nachbarschaften, die Schützen, Mädchen und Jungen aus dem Kindergarten standen Spalier und winkten. Vielerorts waren Fahnen und Blumen zu sehen, dazu die Vorgärten picobello wie eh und je. Wie liebevoll und akribisch der Besuch vorbereitet war, zeigten Kleinigkeiten wie die brennenden Kerzen im Heiligenhäuschen am Wapelweg.

Auf dem Hof Rodenbeckenschnieder waren gewaltige Erntemaschinen zu bestaunen. Davor zeigte die Dreschflegel-Gemeinschaft eherne Handarbeit. Die Taubenzüchter schickten eine Schar ihrer Vögel gen Himmel. Die Jäger ließen sich blicken, die Jagdhornbläser von sich hören. Ein kurzes Wegstück wurde der Bus von der Schafherde von Marcel Nuss begleitet.

An der Joseph-Kirche mündete die Tour in einem kleinen Volksfest. Dort bekam die Jury einem Film zu sehen, in dem junge Menschen sich zu ihrer Heimat äußerten. Am Ende war der Jury-Vorsitzende Günter Heidemann von der Bezirksregierung restlos begeistert: „Liemke hat es drauf. Liemke hat es begriffen.“

In Stukenbrock-Senne war die Bewertungskommission am frühen Nachmittag unterwegs. Aus Sicht des Vorsitzenden der Jury, Günter Heidemann von der Bezirksregierung Detmold, zeigt für den Stadtteil Stukenbrock-Senne im Dreiländereck der Kreise Gütersloh, Lippe und Paderborn „die Kurve stetig nach oben“.

Die Basis bildet der Dorfentwicklungsplan von 2008, bei dem Heidemann „noch Gänsehaut hatte“. Hermann-Josef Brummelte in Schützen-Uniform sprach von 33 Handlungspunkten. Er zählte dazu die Dorfplatzgestaltung vor dem Forellkrug und den Bürgerradweg entlang der Hövelrieger Straße, für den schon 70 freiwillige Helfer gefunden sind.

Ludwig Stall von der Arbeitsgemeinschaft „Stukenbrock-Senne hat Zukunft“ berichtete der Jury, dass von den 34 Baugrundstücken am Lippstädter Weg schon 30 vergeben sind. Er unterstrich die Bedeutung der Polizeischüler, um „die demografischen Freiflächen“ zu nutzen – Wohnraum, der aufgrund der Altersentwicklung im Dorf nicht mehr genutzt wird. Zuvor schon hatte Brummelte auf die Polizeischule als wichtigsten Arbeitgeber in Senne verwiesen.

Kriminalhauptkommissar Manfred Ostlinning erläuterte die umfangreichen Neubaupläne, zu denen auch ein regionales Trainingszentrum für den Regierungsbezirk zählt. Die Polizeischule werde noch lange Bestand haben, sagte Ostlinning.

Bei ihrer Ankunft an der Ems-Erlebnis-Welt hinter der St.-Achatius-Kirche erlebte die Jury den Alltag der Senne: Ein Omnibus mit Ausflüglern rollte an, und die Kommission stieg aus ihrem Bus aufs Rad um. Zuvor setzten die Furlbacher Jäger unter Wilfried Schmelter das Signal „Auf, auf zum fröhlichen Jagen“.

Hubert Erichlandwehr (CDU) stellte sich vor „als stolzer und freudiger Bürgermeister“. Dietmar Gebauer zeigte die Arbeiten der Aktionsgemeinschaft an der rollstuhl- und kinderwagengerechten Befestigung des Rundwanderwegs zu den Emsquellen. Er wartet dringend auf die vom Kreis versprochene „verdichtete Radwegebeschilderung“.

Julia Wulf als Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft schwärmte an den Emsquellen, dem touristischen Juwel, vom Emsradweg. Er bringt immer mehr Radler von der Mündung in Emden bis zur Quelle. Auf dem Drei-Generationen-Hof von Marlies und Winfried Gees mundete westfälischer Pickert mit Rüben- oder Pflaumenkraut.

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