Lindner ist neuer FDP-Chef in NRW
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Der Spitzenkandidat der NRW-FDP für die Landtagswahl, Christian Lindner (M.), winkt am Sonntag auf dem Landesparteitag der FDP in Gütersloh den Delegierten zu, während der scheidende Landesvorsitzende Daniel Bahr (l.) und der ehemalige Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher applaudieren.
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Er löst Daniel Bahr ab, der nicht wieder kandidiert hatte. Bundesgesundheitsminister Bahr hatte den mit knapp 16.000 Mitgliedern bei weitem größten FDP-Landesverband seit November 2010 geführt. Lindner war am 1. April mit 99,8 Prozent der Delegiertenstimmen bereits zum Spitzenkandidaten der FDP für die Landtagswahl am 13. Mai bestimmt worden. Am Sonntag stimmten nun 367 der 375 Delegierten in Gütersloh für Lindner, 3 gegen ihn, 5 enthielten sich.

Bahr hatte Mitte März verzichtet, als es um die Bewerbung für die Spitzenkandidatur ging. Er habe als Bundesgesundheitsminister in Berlin so viele wichtige Aufgaben zu erfüllen, er könne nicht auf zwei Hochzeiten tanzen.

Lindner, der erst im Dezember 2011 als Generalsekretär der Bundes-FDP zurückgetreten war, übernahm die Spitzenkandidatur, als der Landesverband bei zwei Prozent Zustimmung stand. Derzeit sehen die jüngsten Umfragen von ARD und ZDF die Partei bei sechs Prozent.

Ziel ist ausgeglichener Landeshaushalt

Lindner betonte, die FDP sei nicht Mehrheitsbeschaffer für Rot-Grün. „Wir sind die Alternative zu Rot-Grün in NRW.“ Er kritisierte die Schuldenpolitik der bisherigen Minderheitsregierung und sagte: „Für uns als Partner kommt niemand in Frage, der nicht mit der Schuldenpolitik bricht.“ Ziel der FDP sei, in der kommenden Legislaturperiode einen ausgeglichenen Landeshaushalt zu erreichen.

Bahr sagte, die FDP strebe keine Regierungsämter an, sondern einen Politikwechsel. Lindner gebe ihr Glaubwürdigkeit zurück.

Genscher: Wir haben die Krise hinter uns

Der FDP-Ehrenvorsitzende Hans-Dietrich Genscher zeigte sich zuversichtlich für die Zukunft der FDP. Die Partei sei zuletzt durch ein tiefes Tal der Krisen gegangen. Das sei aber auch ihr Vorteil: „Wir haben unsere Krise hinter uns. Anderen steht sie noch bevor.“

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