Lohnkürzungen sind im Schnitt geringer
Bild: Neitemeier
Haben über die ab Juli geltende neue Arbeits- und Lohnordnung beim Wertkreis verhandelt: (v. l) Geschäftsführer Martin Henke mit Jürgen Linnemann, dem Vorsitzenden des Werkstattrats, und seinem Stellvertreter Dieter Weise.
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Die Geschäftsleitung und der Werkstattrat haben zudem, wie berichtet, eine stufenweisen Umsetzung vereinbart. Zurzeit läuft die dreimonatige Einspruchsfrist.

Nach Angaben des Wertkreises werden ab Juli erstmals die nach der aktualisierten Arbeits- und Lohnordnung neu berechneten Entgelte ausbezahlt. Es komme zu einer durchschnittlichen Kürzung um 13,3 Prozent, anstelle der zunächst angenommen 23 Prozent. 300 Behinderte bekämen künftig mehr, 133 gleich viel und 882 weniger Lohn als noch im März dieses Jahres, teilte die Werkstatt mit.

Stufenweise Kürzung beim Wertkreis vereinbart

„Auch nach den Anpassungen liegt das Ausschüttungsergebnis des Wertkreises weiter über dem Landes- und Bundesdurchschnitt“, heißt es in der Mitteilung weiter. Die Gütersloher Einrichtung gehöre nach wie vor zu den besten 10 der 61 Werkstätten für behinderte Menschen in Westfalen-Lippe. Behinderte, die künftig mehr Geld bekommen, erhalten die neue Summe ab Juli auch in voller Höhe ausbezahlt.

Für die von Kürzungen betroffenen Mitarbeiter haben die Geschäftsleitung und der Werkstattrat der Mitteilung zufolge „in intensiven und konstruktiven Gesprächen eine Regelung zur stufenweisen Umsetzung der aktualisierten Arbeits- und Lohnordnung vereinbart“. Dadurch sollen sich alle Betroffenen im Werkstattbereich „mit ausreichendem zeitlichen Vorlauf“ auf den neuen Lohn einstellen können.

20 Behinderte sind besonders stark betroffen

Die stufenweise Umsetzung greift auf Antrag, wenn der Lohn um mindestens 20 Euro zurückgeht. Der Antrag kann beim zuständigen Sozialdienst oder den Standortleitungen auch mündlich gestellt werden. Nach Angaben des Wertkreises kann beantragt werden, dass stufenweise monatlich lediglich 20 Euro anstatt des gesamten Betrags auf einmal gekürzt werden.

Rund 20 Behinderte werden nach Angaben des Wertkreises künftig mehr als 200 Euro weniger im Monat überwiesen bekommen. Für sie sollen Alternativen zur Arbeit in der Werkstatt – etwa in einer finanziell interessanteren Außenarbeitsgruppe oder auf einem Außenarbeitsplatz – geprüft werden. Eine ausreichende Qualifikation vorausgesetzt, sollen sie zudem bei internen Ausschreibungen und Tätigkeiten, die ein höheres Entgelt erbringen, vorrangig berücksichtigt werden.

Mehr zu dem Thema auf der Kreisseite Gütersloh in der „Glocke“ vom 16. Februar 2014.

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