Maecenartuspreis für Bernhard Strecker

Die Jury: (v.l.)  Hans-Jörg Welsch, Michael Deitert, Friedrich Wilhelm Schröder, Annie Fischer, Stefan Brams und Dr. Michael Kröger.

 Sein Einsatz für Kunst und (Lebens-)Kultur hat ihm jetzt den Maecenartus, den Ehrenpreis des Kunstvereins des Kreises Gütersloh eingebracht. Mehrheitlich votierte die siebenköpfige Jury bei sechs Vorschlägen für den in Halle und Berlin ansässigen Architekten. Die bisherigen Preisträger waren der Wiedenbrücker Unternehmer Bruno Höner (2007), der P. A. Böckstiegel Freundeskreis Werther (2009) sowie der Gütersloher Kunstpädagoge und Archäologe Johannes Glaw (2011).

Beim „Maecenartus“ handelt es sich um eine vergoldete Bronzeskulptur des litauischen Künstlers Jonas Gencevicius. Sie wird vom Kunstverein mit Unterstützung der Volksbank Gütersloh alle zwei Jahre vergeben und von Preisträger zu Preisträger weitergereicht. Die Skulptur ist an antiken Vorbildern orientiert. Sie stellt einen Athleten dar, der die linke Hand zum Victory-Zeichen hebt – und Eselsohren trägt. Damit verdichtet die Figur symbolisch einige Aspekte, die zu allen Zeiten das Mäzenatentum gekennzeichnet haben. Einerseits strahlt sie Stärke aus, die notwendig ist, um etwas bewirken zu können. Gleichzeitig erinnern die Eselsohren augenzwinkernd an die „Eselei“, die das Engagement für die Künste in den Augen der Öffentlichkeit oftmals darstellt.
Mit dem Maecenartus werden die Bedeutung privaten Engagements für Kunst und Kultur herausgestrichen und beispielgebende Initiativen im Kreis Gütersloh gewürdigt. Zudem soll neues Mäzenatentum angeregt werden.

Bernhard Strecker wird diesem Anspruch auf vielfältige Weise gerecht. Als Sohn des Malers Sigmund Strecker hat er für dessen Lebenswerk ein zweigeteiltes Museum diesseits und jenseits des Teutoburger Waldes – in Halle und in Neuenkirchen bei Melle - geschaffen. Beim ersten hat er mit viel Feingefühl in altem Fachwerk, beim zweiten in einem biederen Ackerbürgerhaus weite Räume kreiert, die das Œuvre von Strecker senior in einem ansprechenden Geflecht von Blick- und Raumbeziehungen transformieren. Auf der Haller „Museumsinsel“ installierte Strecker sein Programm „Artist in Residence“ mit kostenlosen Wohn- und Arbeitsaufenthalten für Künstler. In beiden Museen gibt es Workshops für Schüler. Und nicht zuletzt seine Initiativen zum Ankauf und zur Platzierung von Kunst im öffentlichen Raum beweisen die Richtigkeit der Auszeichnung.

„Ich handele aus der Verantwortung für mein kulturelles Erbe“, erklärte Bernhard Strecker der „Glocke“, „und sehe den Maecenartus als Bestätigung meines bisherigen und als Motivation für zukünftiges Engagement an.“ Der erfolgreiche Stadtplaner und Professor für Architektur, der schon in New York und Hamburg unterrichtete, will eben nicht „nur“ im richtigen Leben ein Brückenbauer sein.

Ein poetischer Architekt

Nicht zuletzt, dass er in Berlin die Monbijou- und die Friedrichsbrücke zur dortigen Museumsinsel neu und vor allem anmutig gestaltete, brachte ihm den Titel eines poetischen Architekten ein. Strecker will seine Arbeit – „nicht aus Wichtigtuerei, sondern zur Entspannung“ – stets als szenische Bühnenbilder für urbanes Leben verstanden wissen. Dafür weiß er versteckte Kreativität und Potenziale in Verwaltungen und Unternehmen zu wecken und zu fördern – um sie der Kunst zugutekommen zu lassen. Am 15. Juli wird er mehr darüber erzählen. Dann ist Preisverleihung.

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