Mann tötet Frau und will Sorgerecht für Kinder
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Nachdem eine 31-jährige Mutter in Werther offenbar von ihrem Ehemann getötet worden ist, hat ein Streit um das Sorgerecht für die gemeinsamen Kinder begonnen.
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Obwohl der Beschuldigte in Bielefeld in Untersuchungshaft sitzt und eine lange Haftstrafe zu erwarten hat, will er erreichen, dass die Kinder bei seinen Verwandten groß werden. Das sei im jesidischen Glauben, dem der Mann angehört, üblich.

Das Amtsgericht Halle hat am Dienstag noch keine Entscheidung dazu getroffen. Vorher sollen „noch weitere Maßnahmen zur Sachverhaltsaufklärung“ erfolgen. Mehr wollte ein Sprecher zu dem Fall nicht sagen. Wann eine Entscheidung fällt, ist unklar.

Den Sorgerechtsstreit ins Rollen gebracht hatte das Kreisjugendamt Gütersloh. „Wir wollten verhindern, dass das Sorgerecht komplett an den Vater fällt“, sagte Kreissprecher Jan Focken. „Auch in diesem Fall wäre das automatisch so gewesen. Wir haben uns an das Gericht gewandt, damit wir darüber entscheiden können, was mit den Töchtern passiert.“

Der 36-Jährige wird beschuldigt, am 3. Februar seine Frau erstochen zu haben. Beamte hatten die leblose 31-Jährige in deren Wohnung in Werther gefunden. Eigentlich hatte der Mann das Haus nicht betreten dürfen, weil er wegen häuslicher Gewalt auffällig geworden war. Nach der Tat rief der 36-Jährige die Polizei selbst an und erklärte, er habe seine Frau erstochen. Gegen ihn wurde Haftbefehl wegen Totschlags erlassen. 

Die 15-jährige Tochter hat offenbar mit angesehen, wie ihre Mutter getötet wurde: Nachbarn berichteten, dass das Mädchen panisch vor Angst aus dem Haus gelaufen sei. Es habe stark an der Hand geblutet und gesagt, dass ihr Vater mit einem Messer auf ihre Mutter einsteche. Möglicherweise habe sie ihrer Mutter helfen wollen, vermutete eine Anwohnerin. Die jüngeren Geschwister waren zum Tatzeitpunkt in der Schule.

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