Markierungen sollen Radfahrern helfen
Auf der Straße „Zum Meierhof“ in Verl zeigt die Markierung das Symbol für einen gemeinsamen Geh- und Radweg ohne blauen Hintergrund. Dort darf auf dem Gehweg wie auf der Straße Rad gefahren werden.

Die Markierung, die direkt auf den Bürgersteig aufgetragen wird, ist ein Symbol für einen gemeinsamen Fuß- und Radweg. Sie zeigt an, dass der Radfahrer den Bürgersteig mitbenutzen darf, aber nicht muss, heißt es in einer Mitteilung des Kreises Gütersloh. In der Vergangenheit sei es an bestimmten Stellen im Straßenverkehr immer wieder zu Irritationen gekommen.

Gehwege dürfen zum Teil genutzt werden

„Im Schilderwald der Verkehrszeichen und im Paragrafendschungel der Straßenverkehrsordnung ist es nicht ganz leicht, als Radfahrer den Überblick zu behalten“, räumt Ulrich Elfers von der Abteilung Straßenverkehr des Kreises Gütersloh ein. Grundsätzlich dürfe ein Radfahrer sowohl auf der Straße als auch auf dem Bürgersteig fahren, wenn dieser zum Befahren geeignet ist. „Das ist vielen nicht bekannt, deshalb soll die neue Markierung für Klarheit sorgen“, so Elfers. „Da, wo sie aufgebracht ist, darf der Radfahrer sowohl auf der Straße als auch auf dem Bürgersteig fahren – selbstverständlich nur in Fahrtrichtung rechts.“

Rote Radwege nicht bindend

In Tempo-30-Zonen und Spielstraßen gilt die Wahlfreiheit nicht. Dort müssen Radfahrer grundsätzlich auf der Straße fahren und sich an die Rechts-vor-Links-Regelung halten. Entgegen der neuen Markierung lässt das weiße Zusatzschild „Fahrrad frei“ (1022-10 StVO) dem Radler die Wahlfreiheit, auf der Straße oder auf dem Gehweg zu fahren – auf letzterem aber nur in Schrittgeschwindigkeit.

Diese weißen Zusatzschilder werden oft dort aufgestellt, wo Radfahrer auch entgegengesetzt der Fahrtrichtung einen Bürgersteig befahren dürfen. Wollen sie das nicht, können sie die Fahrbahn nutzen, dann aber in Fahrtrichtung rechts. Auch rot eingefärbte Radwege sind nicht bindend, es sei denn, es wird zusätzlich ein blaues Verkehrsschild aufgestellt.

Blaue Schilder sind verbindlich

Stehen blaue Straßenverkehrszeichen auf dem Bürgersteig, gibt es keine Wahlfreiheit. Ein rundes Schild mit Fußgängern auf blauem Grund (239 StVO) bedeutet, dort darf kein Rad gefahren werden – für Kinder bis zehn Jahre gilt dies aber nicht. Sie dürfen den Gehweg nutzen; bis acht Jahre müssen sie das sogar.

Ein rundes Schild mit Fußgängern und Fahrrad auf blauem Grund bedeutet untereinander stehend (240 StVO), dass sich beide Gruppen einen Weg teilen müssen. Stehen Fußgänger und Fahrrad nebeneinander (241 StVO), sind Rad- und Gehweg getrennt zu nutzen. Ein rundes Schild mit einem Fahrrad auf blauem Grund (237 StVO) zeigt einen reinen Radweg an. In allen drei Fällen muss der Radfahrer den Rad- beziehungsweise Gehweg nutzen und hat keine Wahl.

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