Medizinisches Zentrum als Einstieg
Bild: Bitter
Warnen vor dem Ärztenotstand in Ostwestfalen-Lippe: Dr. Rainer Pohl (links) Dr. Theodor Windhorst. 
Bild: Bitter

Dabei kann Windhorst sich vorstellen, mit einem medizinischen Zentrum zu beginnen – ohne teure Studienplätze in der Anatomie. Während eines Pressegesprächs in Bielefeld erklärte der Kammerpräsident mit dem Vorsitzenden des Verwaltungsbezirks Ostwestfalen-Lippe, Dr. Rainer Pohl: „Alle Krankenhäuser sollen Fortbildung anbieten können – nicht nur die akademischen Lehrkrankenhäuser.“

Grundlage der Versorgung der Bevölkerung sind für sie die Allgemeinmediziner. Im Kreis Gütersloh beträgt der Anteil der Hausärzte, die 60 Jahre und älter sind, 28,2 Prozent. 10,8 Prozent sind jünger als 45 Jahre.

Als besonders gravierend bezeichnet der Kammerpräsident den Ärztemangel an den Krankenhäusern. Laut Statistik fehlen zurzeit in Ostwestfalen-Lippe etwa 150 Klinikärzte. Bis 2019 würden zusätzlich 780 Mediziner benötigt. Dr. Windhorst warnt: „Ärzte, die heute im Krankenhaus fehlen, werden in Zukunft auch in der ambulanten Versorgung Lücken reißen. Der Mangel an Klinikärzten heute ist der Mangel an niedergelassenen Ärzten morgen.“

Da die Zukunft der ärztlichen Versorgung weiblich sei, müsse die Familienzeit der Ärztinnen bedacht werden. „Wir werden nie so viel Ärztinnen und Ärzte zur Verfügung haben, wie ausgebildet sind“, lautet das Fazit des Kammerpräsidenten. In der Steigerung des Frauenanteils bei den Studierenden, dem gestiegenen Anspruch der Jungmediziner nach Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie dem 2006 geänderten Arbeitszeitgesetz liegen für die Kammer Gründe für den Ärztemangel.

Mehr zu dem Thema auf der Kreisseite Gütersloh in der „Glocke“ am 23. März.

SOCIAL BOOKMARKS