Mehr Anerkennung, bessere Bedingungen
Bild: Neitemeier
„Wir für Sie“: Unter diesem Motto steht eine landesweite Kampagne für eine gute Pflege heute und in Zukunft. Für die Arbeit in der Altenpflege im Kreis Gütersloh brachen gestern in der Daheim-Einrichtung an der Dammstraße in Gütersloh (v. l.) Willi Hemel (VKA ambulant), Anja Janke (DRK), Sybille Forschütz (Lebensbaum), Tom Kaiser (Gepflegt leben), Andrea Künzel (Kolping), Bruno Depenbusch (Caritas), Andrea Staschke (DRK), Heike Schulze (Diakonie Gütersloh), Nele Tiemann (Arbeiter-Samariter-Bund), Burkhard Kankowski (Daheim) und Ingo Hansen (Diakonie Halle) eine Lanze.
Bild: Neitemeier

Am internationalen Tag der Pflege forderten sie zudem eine bessere gesellschaftliche Anerkennung dieses Berufsbilds und bessere Rahmenbedingungen. „Wir wollen Menschen Lust darauf machen, in der Pflege zu arbeiten“, sagte Ingo Hansen von der Diakonie Halle für den Arbeitskreis, dem insgesamt 13 Träger im Kreis angeschlossen sind. Die Arbeit in der Pflege sei angesichts wechselnder Arbeitszeiten und hoher Qualitätsanforderungen sicherlich nicht leicht und sehr anspruchsvoll, habe aber „auch viel Erfüllendes“, ergänzte Nele Tiemann vom Arbeiter-Samariter-Bund.

Hoher Bedarf an Pflege-Fachkräften

Seit Jahren kämpfen die in der Altenpflege tätigen Verbände auch angesichts von Aufgabenverdichtungen für bessere Arbeitsbedingungen für ihre Beschäftigten. Die Aktionen haben Hansen zufolge „auch schon Wirkung gezeigt“. Da immer mehr ältere Menschen auf professionelle Unterstützung angewiesen seien, stehe man gleichwohl weiterhin vor „riesigen Herausforderungen, um unsere gute Versorgungsqualität aufrecht erhalten zu können“. Man benötige mehr ausgebildete Fachkräfte – und das in einer Zeit sinkender Schülerzahlen.

Ausbildungsvergütung anders finanzieren

Kreisweit gibt es derzeit innerhalb der Arbeitsgemeinschaft 265 Auszubildende. Die 280 Euro, die das Land den Schulen pro Ausbildungsplatz im Monat bereitstellt, reichen laut Andrea Künzel (Kolping) „nicht annähernd aus“. Bei der Ausbildungsvergütung seien zudem die Pflegekassen in der Finanzierungspflicht, und nicht wie bisher die Pflegebedürftigen.

„Land und Kommunen sind gefordert“

„Wir für Sie“ ist die landesweite Kampagne der Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtsverbände zum internationalen Tag der Pflege überschrieben. Dabei geht es auch um den Quartiersgedanken – also die Pflege von Menschen in ihrem gewohnten Umfeld. Dafür seien umfassende Hilfs- und Betreuungsangebote erforderlich, ambulant wie stationär. „Wir Verbände können das allein nicht leisten“, forderte Ingo Hansen ein stärkeres Engagement von Land und Kommunen.

Sybille Forschütz (Lebensbaum) hob hervor, dass die Mitarbeiter der Wohlfahrtsverbände angesichts veränderter Familienstrukturen oftmals die einzigen Ansprechpartner der zu Pflegenden seien und somit eine wichtige Rolle spielten. Hinzu kämmen die über die Pflege hinausgehenden (ehrenamtlichen) Angebote wie beispielsweise die Besuchsdienste.

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