Mehr Einfluss für mehr Qualität nutzen

Gleichwohl überwog in der Sitzung des Verkehrsausschusses am Donnerstag auf dem Gelände des Kreisbauhofs in Rheda-Wiedenbrück die begründete Aussicht auf Besserung. Größere Pünktlichkeit, intensivere und übersichtlichere Informationen für die Fahrgäste, mehr Ticket-Entwerter und Rampen in den Bussen – auf diese Qualitätsvorgaben hat der Kreis demnächst mehr Einfluss als bisher.

Darauf machte abgesehen von Vertretern von Politik und Verwaltung auch Stefan Honerkamp, der stellvertretende Vorsitzende des Verkehrsverbunds Ostwestfalen-Lippe (VVOWL), aufmerksam. Schließlich umfasst die vorliegende Qualitätsuntersuchung, die sich auf 516 stichprobenartig analysierte Fahrten im Jahr 2010 bezieht („Die Glocke“ berichtete), einen Zeitraum, in dem der Kreis vertraglich nur auf wenige Verbindungen einwirken konnte. Bei vielen Touren handelte es sich um kommerzielle Linien, die Busunternehmer auf eigene Rechnung bedienten – auf der Basis einer Genehmigung durch die Bezirksregierung.

Im Nordwesten des Kreises hat sich die Lage bereits geändert. Dort ist der Busverkehr Ostwestfalen aufgrund eines Vertrags mit dem Kreis unterwegs und bekommt öffentliche Zuschüsse. Honerkamp: „So können wir das Angebot direkt beeinflussen. Wenn Absprachen nicht eingehalten werden oder Busse zu unpünktlich sind, gibt es Abzüge.“

Ähnlich soll die Situation künftig im südöst- und südwestlichen Kreisgebiet sein. Die Linienbündel dort sind ausgeschrieben. Angebote der Unternehmen können bis Mitte des Jahres abgegeben werden. Mit Hilfe der neuen Verträge sollen die jetzt festgestellten Mängel ausgeschlossen und eingedämmt werden. Denn: Pünktlichkeit und Komfort machen den Öffentlichen Nahverkehr attraktiv.

Dass nicht alle Faktoren beeinflussbar sind, war dem Ausschuss klar: So sind staubedingte Verspätungen von fünf und mehr Minuten auf der Strecke zwischen Verl und Gütersloh nur schwer in den Griff zu bekommen. Großflächige Werbung, die die Sicht durch die Busfenster beispielsweise auf Schilder beeinträchtigt, dürfte nach Ansicht des Ausschusses aber eindämmbar sein.

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