Mehr Unfälle und mehr Verletzte
Bild: Neitemeier
Die Unfallbilanz 2013 für den Kreis Gütersloh präsentierten gestern (v. l.) Polizeihauptkommissar Michael Orzel (Leiter der Führungsstelle Verkehr), Polizeioberrätin Margit Picker (Leiterin der Direktion Verkehr), Landrat Sven-Georg Adenauer und der Leitende Polizeidirektor Karsten Fehring.
Bild: Neitemeier

„Wir sind mit der Entwicklung nicht glücklich“, sagte Landrat Sven-Georg Adenauer als Leiter der Kreispolizeibehörde am Montag vor der Presse. Immerhin starben im vorigen Jahr 17 Menschen auf den Straßen im Kreisgebiet, eine Person mehr als im Jahr 2012. 1316 Personen (2012: 1251) wurden leicht, 261 (266) schwer verletzt.

Keine eindeutige Erklärung für Zuwächse

Eine eindeutige Erklärung für die Situation haben Adenauer und der Leitende Polizeidirektor Karsten Fehring nicht. Sie trösten sich damit, dass es seit 2009 noch nie so wenig Schwerverletzte (261) gegeben hat, dass von den 9664 Unfällen allein 6286 Bagatellsachen waren und sich die Zahlen insgesamt zumeist auf dem Niveau der Vorjahre bewegen.

Die hohe Verkehrsdichte im wirtschaftlich starken Kreis Gütersloh, komplexe Verkehrssituationen, der fehlende Lückenschluss der Autobahn 33 und das mit 4500 Kilometern außerhalb von geschlossenen Ortschaften umfangreiche Straßennetz spielten bei der Unfallentwicklung im Kreis eine wichtige Rolle, so Fehring und Adenauer. Sorge bereitet der Polizei vor allem, dass immer mehr Kinder und Senioren in Unfälle verwickelt sind. Erfreulich dagegen, dass weniger Jugendliche verunglückt sind.

Kontrolldruck weiter hochhalten

Abbiegen und Wenden ist weiter vor der Missachtung der Vorfahrt Hauptunfallursache Nummer eins. Platz drei ist nach wie vor dem zu schnellen Fahren vorbehalten, weshalb die Polizei ihren Kontrolldruck auch in diesem Jahr „weiter hochhalten will“, wie Polizeioberrätin Margit Picker, die Leiterin der Direktion Verkehr, ankündigte. 55 000 Verkehrsverstöße hat die Polizei im vergangenen Jahr geahndet, rund zehn Prozent mehr als in den Vorjahren. Die weitaus meisten Knöllchen gehen auf das Konto von Temposündern. Einen Termin für den landesweit sechsten Blitzmarathon gibt es noch nicht. Picker ist aber überzeugt, dass diese Aktion das Thema Geschwindigkeit als Killer Nummer eins „immer wieder in die Köpfe der Verkehrsteilnehmer bringt“ und Wirkung zeigt.

17 Verkehrstote

Auf zu schnelles Fahren sind Margit Picker zufolge 9 der 17 Verkehrsunfälle mit einem Toten zurückzuführen. In 87,5 Prozent der Fälle verursachten die Opfer das Unglück nach Angaben der Polizeioberrätin selbst. Drei Tote waren Fußgänger, fünf Senioren. Kinder sind seit fünf, Jugendliche seit zwei Jahren nicht mehr auf den Straßen im Kreis ums Leben gekommen. 2012 hatte es zwischen Borgholzhausen und Langenberg 16, 2011 sogar 25 Verkehrstote gegeben.

Mehr zur Unfallstatistik 2013 für den Kreis Gütersloh lesen Sie auf der Kreisseite Gütersloh in der „Glocke“ vom 18. Februar.

SOCIAL BOOKMARKS