Mehrausgaben zeichnen sich bereits ab
Bild: Neitemeier
Im Bereich des Kreisjugendamts lassen unter anderem steigende Fallzahlen die Ausgaben weiter klettern.
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Die Palette reicht von Investitionen in Kindertageseinrichtungen über das Personal des Jugendamts bis hin zu den Familienzentren und der Kindertagespflege. Obendrein steigt zum 1. Januar mit der Stadt Rheda-Wiedenbrück ein bisheriger Netto-Zahler aus der Solidargemeinschaft des Kreisjugendamts aus.

Dies vor Augen, wies Helen Wiesner (CDU) im Jugendhilfeausschuss schon einmal vorsorglich darauf hin, „dass wir Prioritäten setzen müssen“. Denn: Die 2012 mit Ausnahme von Gütersloh, Verl und Rheda-Wiedenbrück von allen Kreiskommunen zu zahlende Umlage für die Arbeit des Kreisjugendamts soll nicht über Gebühr steigen und für die betroffenen Städte und Gemeinden bezahlbar bleiben. Schließlich, so Wiesner, wolle man nicht den Ausstieg weiterer Kommunen, die angesichts ihrer Größe ein eigenes Jugendamt einrichten könnten, provozieren.

Verwaltung möchte 75 Stellen

Ein dicker Finanz-Brocken ist die künftige Personalstärke des Kreisjugendamts. Die Mannschaft kann und soll nach den Vorstellungen der Verwaltung nicht in dem Maß schrumpfen, wie Aufgaben an die eigenständigen Jugendämter in Verl und Rheda-Wiedenbrück abgegeben worden sind beziehungsweise werden. Von den einst 86,5 Stellen blieben dann nur 62,5. Viel zu wenig angesichts steigender Fallzahlen (beispielsweise in der Erziehungshilfe) und veränderter Rahmenbedingungen, so die Verwaltung. Ihr Vorschlag: 75 Stellen. Selbst damit liege man noch unter dem Durchschnitt aller Kreise in Nordrhein-Westfalen, heißt es in der Sitzungsvorlage.

Ob die Politik der Argumentation bei der Verabschiedung des Stellenplans folgen wird, blieb am Montag offen. Anke Wadewitz (SPD): „Die unterdurchschnittliche Besetzung ist seit Jahren bekannt. Auch der hohe Krankenstand zeugt von einer Überbelastung.“

Kreisfamilienzentren stärken

An ihre Grenzen stoßen einem Bericht zufolge inzwischen auch die hauptamtlichen Mitarbeiter der Kreisfamilienzentren. In jeder Kommune (Ausnahmen: Gütersloh und Verl) gibt es eine solche Einrichtung. Laut Kreisverwaltung erfreuen sie sich „nach wie vor großer Akzeptanz“ und werden zunehmend von mehr Personen und Familien in Anspruch genommen. Weil „die finanziellen Rahmenbedingungen äußerst begrenzt sind“, steht eine stärkere Förderung der Kreisfamilienzentren im Raum. In diesem Jahr gibt der Kreis 245 250 Euro an Zuschüssen.

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