Minister fordert humane Arbeitsplätze
Bild: Bitter
Über Altersarmut diskutierten in Gütersloh (v. l.) Alfred Grabe (SPD-Arbeitsgemeinschaft „60 plus“), Landesarbeitsminister Guntram Schneider, der SPD-Kreisvorsitzende Hans Feuß, der Erste IG-Metall-Bevollmächtigte Bernd Marx und der Sprecher der IG-Metall-Senioren im Kreis, Herbert Bertram.
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Wenn die IG Metall, die er von innen kenne, für Einkommenserhöhung kämpfe, dann kämpfe sie gleichzeitig für ordentliche Renten, erklärte Guntram Schneider als Gast der Senioren in der IG Metall und von SPD-Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft „60 plus“. Wer 45 Beitragsjahre aufweise, müsse ohne Abschläge in die Rente gehen können. Das sei bei immer weniger Fällen bezahlbar. Schneider empfiehlt, die ersten Beitragsjahre künftig höher zu bewerten.

„Brauchen Renaissance der betrieblichen Altersversorgung“

Bei der beitragsbezogenen Rente (keine Grundrente) will der SPD-Politiker bleiben, weil wer ein Leben lang viel eingezahlt habe, mehr herausbekommen müsse, als „wer in der Fußgängerzone gesungen hat“. Dringender Wunsch des Ministers: „Wir brauchen eine Renaissance der betrieblichen Altersversorgung.“ Zum Mindestlohn, der bei 8,50 Euro beginnen sollte, sieht Schneider keine Alternative, obwohl er für eine den Lebensstandard sichernde Rente nicht reiche.

Prekäre Arbeitsverhältnisse bereiten Sorge

Sorgen bereiten dem Arbeitsmarktexperten die wachsenden „prekären Arbeitsverhältnisse“ mit geringer Einkommenssicherheit. Er kritisiert als „nicht nachvollziehbar“, dass Leiharbeiter bis zu 40 Prozent weniger verdienen. Und es stehe in keinem Tarifvertrag, dass Frauen um 25 Prozent schlechter entlohnt werden als Männer. Allen, die das Rentenalter Schritt für Schritt anheben wollen, schreibt der Minister ins Stammbuch: „Wenn Menschen länger arbeiten sollen, müssen sie es auch können und länger gesund bleiben.“ Dazu sei die Humanisierung des Arbeitsplatzes notwendig. Dieser müsse „alternsgerecht“, nicht altersgerecht sein.

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