Mobiler Flugsimulator feiert Premiere
Simulation in Perfektion: Marcus Schäfer (links) und Heiko Fischer im detailgetreu nachgebauten Cockpit eines Airbus 320.

Jeder Schalter und Hebel aus dem Cockpit eines Airbus 320, jede Leuchte und Anzeige findet sich mit der originalen Funktion in dem Simulator wieder. Der Stukenbrocker Unternehmer Marcus Schäfer (38) betreibt an einem halben Dutzend Flughäfen stationäre Flugsimulatoren. Jetzt ist die erste mobile Anlage hinzugekommen. Weltweit einzigartig, wie die Firmen Rainbow Promotion aus Bielefeld und Schäfers Flightdecksystems (FDS) versichern.

Das nachgebaute Airbus-Cockpit steht auf der Ladefläche eines Lastwagens. Das Gefährt lässt sich mieten, für Firmenfeiern beispielsweise. Kostenpunkt: mindestens 3000 Euro am Tag. Marcus Schäfer, der selbst den Pilotenschein hat, hofft auf Interesse in ganz Europa. Einer seiner ersten Kunden sei der Computerbauer Acer, der in dem Simulator den Werbespot für ein neues Laptop produziere. Ihren nächsten großen Auftritt soll die mobile Anlage auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung ILA im September in Berlin haben.

Sechs Monate Entwicklung und Bauzeit steckten in dem Gefährt, berichtet Marcus Schäfer. Falls es entsprechende Aufträge gebe, würden weitere gebaut. Bei der Auslieferung muss ein Kunde nach Schäfers Angaben rund 400.000 Euro berappen.

Rund 24.000 Flughäfen in aller Welt lassen sich mit dem Simulator virtuell ansteuern: Las Vegas bei Nacht und Nebel, Paris im Sonnenschein, Oerlinghausen bei stürmischen Windböen. Es sei möglich, jeden Ort der Erde zu besuchen, schwärmt Marcus Schäfer und navigiert den Airbus mit sicherer Hand durch die Häuserschluchten von Manhattan.

„Wir können mit dem Gerät auch Quatsch machen“, sagt der Geschäftsführer und erzählt von der Landung auf einem amerikanischen Flugzeugträger. Für die RTL-Nachrichten habe FDS die spektakuläre Notwasserung eines A 320 auf dem Hudson River vor dreieinhalb Jahren nachgestellt.

Bei mutwillig herbeigeführten Abstürzen oder Terroranschlägen nachempfundenen Crash-Flügen hört der Spaß dagegen auf, wie FDS-Mitarbeiter Heiko Fischer betont. Wenn ein Nutzer des Simulators auf so etwas aus ist, schreitet Fischer sofort ein und unterbricht. „Wir wollen schließlich zeigen, dass das Fliegen sicher ist. Mit Horrorszenarien haben wir nichts zu tun.“

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