Monika Möllers Kunst-Kokons am Kreishaus
Bild: Pieper
Letzte Hand angelegt an ihren 300 Kilo schweren Kokon aus Weidenzweigen hat die Bildhauerin Monika Möller am Mittwoch. Ihre Skulpturenausstellung wird am Donnerstag, 4. April, 18 Uhr eröffnet.
Bild: Pieper

Nicht von ungefähr beschäftigt sich die aus Mastholte stammende, in Gütersloh bei Ahlenkamp ausgebildete und in Detmold ansässige Holzbildhauerin Monika Möller seit 2014 mit dem Thema. Unter dem

Tipp: Die Vernissage „Draußen nur Kokons“ findet am Donnerstag, 4. April, um 18 Uhr im Beisein der Künstlerin Monika Möller im Kreishaus Gütersloh statt. Zu sehen  sind die Arbeiten bis um 3. Mai, montags, dienstags und mittwochs von 8 bis 16.30 Uhr, donnerstags von 8 bis 17.30 Uhr und freitags von 8 bis 14 Uhr.
Titel „Draußen nur Kokons“ stellt sie nun erstmals auf Einladung des Kreiskunstvereins in Gütersloh aus – im und vor dem Kreishaus.

Die Schau im hohen, lichtdurchfluteten Foyer fällt mit leider nur acht Objekten ungewohnt spärlich aus. Aber die Künstlerin hat ihr Hauptaugenmerk auf den großen Kokon aus Weidenzweigen gelegt, der vor dem Gebäude über dem Wasser zu schweben scheint. Ein 300 Kilo schweres, hölzernes Gespinst, mit dem die 55-Jährige der Leichtigkeit des Seins eine Form aus Naturmaterialien gegeben hat. Ein unsichtbares Metallgerüst im Inneren garantiert die notwendige Stabilität.

Karikierende Sinnbilder  aus Holz, Stein und Pflanzen

Dass Möller ihre Installation, die auch schon in Detmold, in der Landesgartenschau in Bad Lippspringe und vor der Abtei Marienmünster präsentiert wurde, erstmals im Wasser aufbauen konnte, kommt der Erfüllung eines langgehegten Wunschs gleich. Denn auch, wenn sie ihre Werke stets in Bezug zur vorhandenen Architektur setzt, so hat die Verankerung und Spiegelung des Kokons im 60 Zentimeter tiefen Wasserband für sie etwas Besonderes und Meditatives.

Dabei geht es der Bildhauerin gar nicht um Kunst allein um der Kunst willen. Ihre Werke haben eine klare Botschaft. So thematisiert sie den gedankenlosen Umgang mit der Natur beispielsweise in zwei mit dem Titel „Begrenzt“ überschriebenen Objekten. Dafür hat Möller mit der Kettensäge bearbeitete Platten aus Pappelholz so über einem zierlichen Pflänzchen Sempervivum (Hauswurz) gestapelt, dass dieses kaum Licht oder Luft bekommt. Karikierende Sinnbilder für eine moderne Gartenkultur, die erdrückt, statt Freiraum und Entfaltung zu gewähren.

Auch die zur „Komposition“ verbundenen Steine aus Anröchter Dolomit drohen die dazwischen gesteckten Birkenzweige zu zerreiben. Und mit der Steinskulptur „Junk Food“, bei sich zwischen grauen Dolomitscheiben diverses Grün zu behaupten sucht, möchte die Künstlerin eine Anregung geben, sich mal über moderne Essgewohnheiten Gedanken zu machen.

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