Mordfall Nelli G.: Ermittler optimistisch
Bild: Polizei
Diese Sportjacke trug Nelli G. am 14. Oktoebr 2011, als sie Opfer eines Gewaltverbrechens wurde.
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Das erklärte Östermann im Gespräch mit der „Glocke“. Zudem haben sich nach den Presseveröffentlichungen in der vergangenen Woche neue Zeugen bei der Polizei gemeldet, die meinen, Nelli G. am Tag ihres Verschwindens, am 14. Oktober 2011, in der Nähe ihres Hauses gesehen zu haben - wahrscheinlich jedenfalls. Entsprechend zurückhaltend stufen die Mordermittler diese Aussagen ein.

Kommt der Mörder zum freiwilligen Gentest?

1300 Männer aus Halle im Alter zwischen 18 und 60 Jahren haben in den vergangenen Tagen von der Mordkommission Post bekommen. Sie sind gebeten worden, sich am 11., 12., 14. oder 15. Mai im Haller Berufskolleg einzufinden und eine Speichelprobe abzugeben. Ob der Mörder sich auf diese Weise selbst ans Messer liefert? „Das ist nicht auszuschließen“, betont Ralf Östermann und verweist auf einen freiwilligen Massengentest in Norddeutschland, bei dem ein gesuchter Mörder mitmachte und überführt wurde.

Wie viele Männer überhaupt zu den vier Terminen erscheinen werden, will der Kriminalhauptkommissar nicht schätzen: „Dazu wage ich keine Prognose.“ Den Männern wird mit einem Wattestäbchen eine Speichelprobe aus dem Mund entnommen. Diese wird anonymisiert - lediglich mit einer Nummer sowie Geburtstagdatum und -ort versehen - an die Rechtsmedizin in Münster zur Untersuchung geschickt.

Speichelproben werden vernichtet

Gibt es bei der Auswertung der ersten zwei von zwölf Kriterien beim DNA-Abgleich keinerlei Übereinstimmungen, werde die Probe vernichtet, erläutert Ralf Östermannund beruhigt damit verunsicherte Haller, die ihn seit Tagen anrufen, um zu erfahren, was mit ihrer DNA-Probe passiert. Gespeichert werden diese nicht, versichert Östermann: „Das ist gar nicht erlaubt.“ Die Wattestäbchen und Unterlagen würden durch die Polizei vernichtet.

Der Mordfall Nelli G., die mit Messerstichen getötet und im Februar in einem Waldstück in Halle-Kölkebeck gefunden wurde, ist gleich der erste Beitrag in der Sendung „AktenzeichenXY“, die am Mittwoch um 20.15 Uhr im ZDF beginnt.

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