Münchener Freiheit lebt ihre Träume noch
Bild: Darhoven
Auf ihrer Revival-Tour legte die Kultband Münchener Freiheit auch einen Stop im Haller Gerry-Weber-Event-Center ein.
Bild: Darhoven

 Ganz unaufgeregt präsentierte sich die im Oktober 1980 von Sänger und Keyboarder Stefan Zauner und Gitarrist Aron Strobel gegründete „Münchener Freiheit“, die sich, nach einigen Personaländerungen auf Comeback-Kurs befindet. Fast zwei Stunden gab’s in angenehmer Atmosphäre nonstop Songs voller Sehnsuchtsromantik – übrigens auch „to go“, also zum Mitnehmen, wie der blonde Beau Tim Wilhelm mit Blick auf die aktuelle CD „Mehr“, immer wieder betonte.

Die gebotene Musik-Mischung mag der eingefleischte, in der Regel weibliche, begeisterungsfähige und für sinnliche Momente empfängliche „MF“-Fan. Trauten sich nach dem ersten Lied „SOS“ aus dem Jahr 1984 zunächst nur wenige Besucherinnen verhalten im Takt mitzuschwofen, änderte sich das nach den Erfolgshits von damals: „Herzschlag ist der Takt“ und „Wenn das so einfach ist“. Die mitgenommene Männer-Fraktion, blieb dagegen in ihren Emotionen verhalten.

 Richtig schön wurde es mit dem „Sommernachtsraum“, den Keyboarder Alex Grünwald in verträumt-melancholisch verpackten Syntheziserklängen mit melodisch-sakralen Einflüssen präsentierte. Kein Halten auf den Sitzen gab es bei dem nachfolgenden symphonischen Meisterwerk aus dem Jahr 1987 „Solange man Träume noch leben kann“ und der Erfolgsballade „Ohne dich schlaf ich heute Nacht nicht ein“. Da stand der Großteil der Besucher im vorderen Bühnenbereich, um – teils Arm in Arm, – die Texte im Chor mitzusingen. In Erinnerungen schwelgend wurde sich Hände schwenkend dem Harmonieanflug hingegeben.

Applaus gab es auch für die neuen MF-Songs, die etwas rockiger aber dennoch mit gewohnten Synthie-Sound-Elementen von der Bühne perlten.

 Auch wenn den eingeschworenen Fans der 2011 ausgestiegene Leadsänger und Bandmitbegründer Stefan Zauner fehlen mochte – immerhin hat er mit dem Top-Ten-Hit „Ohne dich“ nationale Popgeschichte geschrieben – machte Tim Wilhelm seinen „Job“ als neuer Frontmann sehr gut. Stimmlich kraftvoll, artig die ostwestfälische Region lobend und stets darauf bedacht, dass alle durch Mittanzen und Singen auf ihre Kosten kamen, präsentierte er sich und ein sehr stimmig agierendes Ensemble. Am Ende gab es noch zwei Zugaben, viel Zeit für Fotos mit den Fans und Autogramme. Bilanz: ein wirklich schöner Abend.

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