Mysteriöser Christbaum gibt Rätsel auf
Bild: Poetter
Schön ist anders: Am Luisenturm in Borgholzhausen stellt jemand jedes Jahr diese kahle, aber geschmückte Tanne auf. Wer hinter der Aktion steckt, ist die große Frage.
Bild: Poetter

„Ich habe es aufgegeben, herausfinden zu wollen, wer ihn jedes Jahr aufstellt“, sagt Ute Schaefer. Sie betreibt mit ihrem Mann die Gaststätte Luisenturm-Hütte. Seit 2011 ist der Baum jedes Jahr bei dem Ausflugsziel für Wanderer zu finden. Normalerweise immer zum ersten Advent. Ideen, sich auf die Lauer zu legen und die geheimnisvolle Person abzuwarten, fruchteten bisher nicht. Dieses Jahr war der Baum übrigens nicht am ersten Advent da.

Bekanntheit weit über Stadtgrenzen hinaus

„Da habe ich mir schon Sorgen gemacht“, sagt Schaefer. Unbegründet, wie sich einen Tag später herausstellte. In seiner ganzen „Pracht“ stand er am nächsten Morgen im Wald am Luisenturm. In Borgholzhausen – und auch über die Stadtgrenzen hinaus – hat der mysteriöse Weihnachtsbaum schon Bekanntheit erlangt. „Er gehört mittlerweile einfach dazu“, sagt Ute Schaefer.

Viele Spaziergänger und Wanderer machten von dem geschmückten Baum ein Foto – manche randalierten allerdings auch. „In einem Jahr hatte jemand die ganzen Kugeln auf dem Parkplatz verteilt. Das macht mich richtig wütend. Wir haben dann alles aufgesammelt“, berichtet Schaefer, die seit 37 Jahren die Luisenturm-Hütte betreibt.

Baum verschwindet genau so geheimnisvoll, wie er auftaucht

Kontrovers diskutiert worden ist die kahle Tanne auch schon in der Öffentlichkeit. Umweltverschmutzung wurde der Person, die ihn aufstellt, vorgeworfen. „So ein Unsinn“, sagt Schaefer. „Der Schmuck wird nach dem Jahreswechsel immer komplett wieder eingesammelt.“ Pünktlich zum 6. Januar ist der Baum in den vergangenen sieben Jahren wieder verschwunden – genauso geheimnisvoll wie er aufgetaucht war.

Und so wird jedes Jahr zu Weihnachten aufs Neue in Borgholzhausen darüber diskutiert, wer denn nun die Person ist, die den Wald ein wenig schmückt. „Ich hatte einen Verdacht, aber das hat sich als Niete herausgestellt“, sagt die Luisenturm-Hütte-Betreiberin. „Die Person ist dieses Jahr gestorben. Und der Baum steht trotzdem wieder da.“

Sie hat sich damit abgefunden, dass die Geschichte wohl ein Mysterium bleibt. Aber das mache auch den Zauber des Christbaums aus. „Ohne ihn würde mir zu Weihnachten etwas fehlen.“

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