NRW-Gesundheitsministerin macht Mut
Bild: Neitemeier
Ministerbesuch zum Ausbildungsstart bei der Zentralen Akademie für Berufe im Gesundheitswesen in Gütersloh: (v. l.) ZAB-Geschäftsführer Andreas Westerfellhaus, Barbara Steffens und Maude Beste (Vorsitzende der ZAB-Gesellschafterversammlung).
Bild: Neitemeier

Ort des Geschehens war am Donnerstag die Zentrale Akademie für Berufe im Gesundheitswesen (ZAB) auf dem Gelände der LWL-Klinik in Gütersloh. Im frisch renovierten Haus 15 freuten sich nicht nur die Schüler, sondern auch ZAB-Geschäftsführer Andreas Westerfellhaus, Vertreter der Gesellschafter sowie die ZAB-Mitarbeiter über den Gast aus Düsseldorf.

Zusätzliche Ausbildungsplätze

Schließlich haben das Land, die gesetzlichen Krankenkassen und die Krankenhausgesellschaft auf Initiative von Barbara Steffens im Sommer kurzfristig 550 zusätzliche Ausbildungsplätze in der Gesundheits- und Krankenpflege zur Verfügung gestellt. „Eine sehr pragmatische Entscheidung“, sagte Westerfellhaus mit Blick auf den Fachkräftemangel in der Pflege. Prognosen zufolge, fehlen allein im Kreis Gütersloh bis zum Jahr 2030 mehr als 2205 Vollzeitkräfte.

Der ZAB-Geschäftsführer und Vorsitzende des Deutschen Pflegerats hat die Ministerin ob ihres Engagements bundesweit schon mehrfach gelobt und wiederholte das Kompliment auch am Donnerstag. Sein Wunsch: „Alle anderen 15 Bundesländer sollten diesem Beispiel folgen.“ Zudem habe er natürlich nichts dagegen, wenn aus der einmaligen eine dauerhafte Aktion würde, so Westerfellhaus. 30 der 550 zusätzlichen Ausbildungsstellen hat die ZAB bekommen. Innerhalb von vier Wochen waren sie besetzt.

Lob für die ZAB in Gütersloh

Und was die Nachwuchskräfte in Gütersloh erwartet, davon machte sich die Ministerin gestern selbst ein Bild – beim Gedankenaustausch und beim Rundgang. Barbara Steffens war sichtlich beeindruckt von den räumlichen und technischen Möglichkeiten, der „wunderbaren Ausstattung“ beispielsweise mit einem Übungsoperationssaal – und vom Ambiente.

Fragen stellen, Verantwortung übernehmen, Selbstbewusstsein entwickeln – diese drei Dinge gab NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens den 30 jungen Auszubildenden mit auf den Weg. Der Beruf des gesundheits- und Krankenpflegers habe Zukunft, denn „wir brauchen viele Pflegekräfte“, so die Ministerin. Weniger Fachkräften auf dem Arbeitsmarkt stehen nach Darstellung der Politikerin rasante Zuwächse bei der Zahl der Pflegebedürftigen und Demenzkranken gegenüber. Im Jahr 2050 werde es in Deutschland 1,6 Millionen Pflegebedürftige geben, doppelt so viel wie bisher.

Pflegekräfte brauchen viele Kompetenzen

Bei der Ausbildung sei nicht allein die Quantität, sondern vor allem die Qualität entscheidend, so Steffens. Auch angesichts vieler dementer Patienten benötigten Fachkräfte heute mehr Kompetenzen als früher. Darauf müssten sich auch die Ausbildungsstätten einstellen, sagte die Ministerin und lobte die ZAB nicht nur wegen ihres Übungs-Operationssaals.

Steffens forderte die Auszubildenden auf, nicht nur in der theoretischen, sondern auch in der praktischen Ausbildung immer wieder Fragen zu stellen. Sie wisse, dass es in den Kliniken für solche Anleitungen oft nicht genug Zeit gebe. Daher sei die Politik gefordert, „den Krankenhäusern dafür mehr Raum und Mittel einzuräumen“.

Auch Wärme und Zuneigung

Die Ministerin rief in diesem Zusammenhang die Auszubildenden auf, immer wieder Hinweise zur Verbesserung des Systems zu geben. Sie sollten sich der Bedeutung ihrer Arbeit stets bewusst sein, schließlich hätten Pflegekräfte einen sehr hohen Anteil an der Genesung des Patienten. Nicht immer seien hochtechnisierte Geräte ausschlaggebend, sondern oftmals spielten Wärme und Zuneigung eine wichtige Rolle, erklärte die Ministerin.

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