Nabu-Vorstand jetzt mit Doppelspitze
Bild: Bitter
Die neue Doppelspitze des Nabu-Kreisverbands: Margret Lohmann aus Wiedenbrück (links) und Stefanie Klappenbach-Riewenherm aus Gütersloh.
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Über die Finanzen, um die es dem Vernehmen nach gut steht bei den Naturschützern, wacht weiterhin Andreas Hänsel aus Werther. Der bisherige Vorsitzende Dirk Blome (Hörste) kandidierte aus beruflichen und gesundheitlichen Gründen nicht erneut. Die Wahlen im Spexarder Bauernhaus leitete die Rektorin der Geschwister-Scholl-Realschule in Gütersloh, Christiane Piepenbrock.

 Der stellvertretende Vorsitzende des mit 70 000 Mitgliedern starken Nabu-Landesverbands NRW, Heinz Kowalski (Bergneustadt), sah die Aufgaben mit der Biodiversitätsstrategie von Umweltminister Johannes Remmel deutlich wachsen. Kowalski verlangte von der Landesregierung, dass sie durchstarte, um die biologische Vielfalt der Lebensräume und Arten zu schützen beziehungsweise wiederherzustellen. Bei der Novellierung des Landesjagdgesetzes begrüßte Kowalski, dass die Greifvögel nicht mehr dem Jagdrecht unterliegen. Als störend empfand er: „Alles wird von der Diskussion über wildernde Katzen überlagert.“

Kiebitz-Brut bricht ein

Der Leiter der biologischen Station Bielefeld-Gütersloh, Bernhard Walter, berichtete über gefährdete Arten im Kreis Gütersloh und stellte fest: „Den Feld- und Wiesenvögeln geht es zunehmend schlechter.“ Kiebitze, die früher überall in feuchten Wiesen gebrütet hätten, müssten auf Äcker ausweichen. Der Bruterfolg sei drastisch um 80 Prozent zurückgegangen. Von den Bekassinen lasse sich aktuell im Kreis Gütersloh überhaupt kein Brutvogel mehr finden.

Positiver betrachtete Walter die Situation des Großen Brachvogels, der zwar auch weniger werde, aber in Feuchtwiesenschutzgebieten wie dem Versmolder Bruch Zuwachs habe. Der professionelle Naturschützer meldete den Weißstorch mit 154 Brutpaaren in NRW im Aufwind und den Steinkauz, dem der Nabu im Kreisgebiet mit Nistkästen helfe, „nahe am Optimum“. Walters Appell lautete: „Jede Intensivierung des Bodens muss aus Naturschutzgebieten raus. Wir bauchen artenreiches Grünland. Auch Blüh- und Brachestreifen bringen was.“

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