Nackter doch nicht Opfer eines Überfalls
Ein 36-jähriger Mann aus Steinhagen hatte angegeben, von zwei Männern überfallen worden zu sein, als er nachts aus der Dusche kam. Die Polizei ist allerdings mittlerweile davon überzeugt, dass sich die Geschichte so nicht zugetragen hat.

Wie berichtet, hatte der 36-Jährige am Samstagmorgen um 6.24 Uhr bei einem Haus an der Erlenstraße in Steinhagen geklingelt und die Bewohnerin um Hilfe gebeten, weil er überfallen worden sei. Den Polizeibeamten erklärte der Steinhagener vor Ort, dass er sich allein in seiner Wohnung am Brilskamp in Steinhagen aufgehalten habe.

Nachdem er gegen 4.45 Uhr aus seiner Dusche im Badezimmer gekommen sei, hätten plötzlich zwei mit einer Sturmhaube maskierte Männer vor ihm gestanden. Sie seien offensichtlich durch eine offene Terrassentür in die Wohnung gelangt. Einer der Männer habe ihm ein Küchenmesser vorgehalten und Geld gefordert. Der Steinhagener habe sich zur Wehr gesetzt und einem Mann mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Dann sei er splitternackt aus dem Haus gerannt. Auf seiner panischen Flucht sei er ziellos umhergelaufen und habe an verschieden Häusern geklingelt, um Hilfe zu rufen. Ihm sei aber nicht geöffnet worden. Erst zwei Stunden später habe er an der Erlenstraße Erfolg gehabt.

Weil der 36-Jährige Schnittverletzungen an der linken Hand hatte und er sich außerdem auf seiner Flucht Kratz- und Schürfwunden zugezogen hatte, wurde er in ein Krankenhaus gebracht. Der Teil der Geschichte mit dem Überfall sei wohl „eher nicht so passiert“, sagte Polizeisprecherin Katharina Felsch auf Anfrage der „Glocke“. Das vermeintliche Opfer habe diese Version zumindest bei Befragungen der Polizei nicht wiederholt.

Und auch die Erzählung, dass der Mann an mehreren Häusern geklingelt habe, ihm aber keiner habe helfen wollen, habe sich nicht erhärtet. Sonst hätte man überprüft, ob man Verfahren wegen unterlassener Hilfeleistung einleiten müsste, so Felsch. „Dafür müsste aber auch wirklich jemand an der Tür geklingelt und um Hilfe gerufen haben.“

Was tatsächlich an dem Samstagmorgen passiert ist und woher die Schnittverletzung kommt, kann die Polizei nicht sagen. „Er will es uns nicht erzählen“, sagt Felsch. Die Polizei gehe aber davon aus, dass es nicht strafrechtlich relevant sei.

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